Zurück

Montessori-Kinderhäuser absolvierten Curriculum

Für das 1. Montessori-Kinderhaus und das Montessori-Kinderhaus „Pfiffikus“ stand im ersten Halbjahr 2008 das Curriculum auf dem Plan, eine Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte zur Umsetzung des Bildungsauftrages in Sachsen. Unabhängig voneinander nahmen die Erzieher beider Montessori-Kinderhäuser des Stadtverbandes an der Weiterbildung teil. Diese bestand zunächst aus vier Bausteinen.
Der erste Baustein widmete sich der Bedeutung der frühkindlichen Erziehung auch in Hinblick auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Ziel dabei ist die Neuorientierung der pädagogischen Qualität gewesen.
Im zweiten Baustein standen psychologische Grundlagen für die Arbeit mit den Kindern im Mittelpunkt. Wie lernt das Kind? Welche Bedingungen müssen für Bildungsprozesse gewährleistet sein? Welche Möglichkeiten der Beobachtung und Dokumentation von Handlungen und Entwicklungen des Kindes gibt es? Wie wichtig ist das willentliche Lernen?  Dies sind einige der Fragen, mit denen sich die Erzieher gemeinsam beschäftigt haben. Deutlich wurde dabei, dass der Erzieher viele Möglichkeiten hat, auf die Lernprozesse beim Kind Einfluss zu nehmen und dass das Lernen beim Kind immer bewusst und willentlich geschieht.
Biologische Grundlagen, Erkenntnisse der Hirnforschung und neuronale Fenster als Bildungsvoraussetzung für das Kind sind im dritten Baustein näher vorgestellt worden.
Im vierten Baustein wurden gemeinsam konkrete Beispiele zur Umsetzung des Bildungsauftrages erarbeitet sowie Erfahrungen und Anregungen ausgetauscht und gemeinsam im Team neue Ideen entwickelt.
Während der Weiterbildung konnte jeder Teilnehmer seine eigene Rolle im Lernprozess neu überdenken und sich kritisch mit der bisherigen Arbeit auseinandersetzen. Durch eine Hausarbeit musste er die veränderte Rolle des Erziehers anhand seiner eigenen Entwicklung reflektieren.
Am 7. Juni waren die Teilnehmer beider Kinderhäuser und der Kindertagesstätten anderer Träger von ihren Referenten zu einem Colloquium in der Volkshochschule Chemnitz im „DAStietz“ eingeladen. Anwesend waren neben den Dozenten unter anderem die Fachberaterin Brigitte Kittel, Vertreter des Jugendamtes und die Vertreter der Träger, darunter auch die beiden Geschäftsführer des Volkssolidarität Stadtverband Chemnitz e.V. In einem Gespräch reflektierten die Teilnehmer das zurückliegende Curriculum und stellten vor, was sich bei der Arbeit mit den Kindern bewährt hat und was durch die neuen Erkenntnisse aus der Qualifizierung geändert werden soll. Dabei präsentierten die Teams ihre Ergebnisse auf unterschiedliche Art und Weise. So spielten die Erzieher des 1. Montessori-Kinderhauses kurze Szenen aus ihrer Arbeit sehr unterhaltsam nach.
Mit den beiden Montessori-Kinderhäusern haben bereits drei Kindertagesstätten in Trägerschaft des Stadtverbandes das Curriculum erfolgreich absolviert. Im kommenden Jahr wird noch die Kindertagesstätte „Glückskäfer“ die Weiterbildung zur Umsetzung des sächsischen Bildungsplanes in Angriff nehmen.