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Mein Herz gehört den älteren Menschen

Ingeburg Eger über ihre Funktion als Verantwortliche für Soziales der Wohngruppe 030

Seit 1990 bekleide ich nun schon die Funktion als Verantwortliche für Soziales in meiner Wohngruppe. Wir alle wissen, wie vielseitig und umfangreich diese Arbeit ist. Sie liegt jedoch genau in meinem Naturell, denn es war mir schon immer wichtig, anderen Menschen solidarisch beizustehen und zu helfen. Deshalb erfülle ich diese Aufgabe von ganzem Herzen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die im Alter fortgeschrittenen Mitglieder dankbar für jede Hilfe und Zuwendung sind und diese gern annehmen. Ein Vertrauensverhältnis zu diesen Mitgliedern auf- und ausbauen, ist dabei von großer Bedeutung.

Der Altersdurchschnitt der insgesamt 118 Mitglieder unserer Wohngruppe beträgt 75 Jahre. An diesem Altersdurchschnitt ist schon zu erkennen, dass es im Laufe eines Jahres viel zu tun gibt.

Für Krankenbesuche oder Besuche zu Jubiläen und Beglückwünschungen nehme ich mir viel Zeit, um zuzuhören, was die Mitglieder bewegt, was sie bedrückt, was sie auf den Herzen haben und wo Hilfe nötig wäre. Auch vieles andere kommt da zur Sprache. Denn unsere älteren Mitglieder möchten sich auch zu Tagesfragen austauschen, wissen, was um sie herum geschieht. Solche Gespräche tun unseren Mitgliedern gut, denn nicht jeder findet sich in dem täglichen Wust an Informationen selbst zurecht. Das miteinander reden ist für diese Menschen, die oftmals den ganzen Tag allein sind, wichtig und wertvoll.

Auch das kleine Geschenk oder die Blumen erfreuen die Mitglieder. Sie sehen es als Zeichen der gegenseitigen Solidarität und Hilfe und erkennen, dass sie nicht allein gelassen sind. 

Natürlich kann man als einzelne Person diese ganzen Aufgaben nicht allein bewältigen. Unsere Leitungsmitglieder und Volkshelfer unterstützen mich bei meiner Arbeit sehr, nehmen an solchen Besuchen teil. Dabei geht es stets „Hand in Hand“.

Seit einigen Jahren gibt es in unserer Gruppe eine schöne Tradition. Alle über 80-jährigen Mitglieder laden wir, soweit es gesundheitlich möglich ist, in kleineren Gruppen einmal im Jahr zu Kaffee und Kuchen – z.B. in das M+M-Café der Volkssolidarität – oder zu einem gemeinsamen Mittagsessen ein. Das soll auch ein kleiner Ausgleich dafür sein, dass einige der Geladenen nicht mehr so aktiv an anderen Veranstaltungen der Gruppe teilnehmen können. Der Kontakt zur Gruppe soll damit weiter erhalten bleiben.

An diesen kleinen Zusammenkünften nehmen auch noch andere Leitungsmitglieder teil. In gemütlicher Runde informieren wir die Gäste über das Gruppenleben, über Neuigkeiten aus dem Stadtverband der Volkssolidarität. Es wird erzählt, gefragt und vieles beantwortet, was den Mitgliedern am Herzen liegt. Und nebenbei werden auch in diesen Runden gern Soli-Lose gekauft. Unsere Mitglieder freuen sich über jeden kleinen Gewinn, wissen aber auch, dass vom Erlös der Lotterie wichtige Vorhaben der Volkssolidarität finanziert und gefördert werden. 

Wenn die betagten Freundinnen und Freunde zufrieden nach Hause gehen, dann haben wir ehrenamtlichen Helfer etwas Gutes für unsere Mitglieder getan und das Anliegen unseres Verbandes lebensnah erfüllt. Die Mitglieder kommen immer gern wieder.

Abschließend möchte ich mich für die Auszeichnung mit der silbernen Solidaritätsnadel der Volkssolidarität bedanken, die mir zum 16. Verbandstag, am 11. Oktober 2011, übergeben wurde.

Bedanken möchte ich mich auch beim Vorstand meiner Wohngruppe 030, der mich für diese Auszeichnung vorgeschlagen hat und damit die Würdigung meiner Arbeit und meiner langjährigen Mitgliedschaft bekundete.