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Wohngruppe 031 besuchte das Industriemuseum

Mitglieder der Wohngruppe 031 der Volkssolidarität (Kleinolbersdorf-Altenhain) erlebten einen abwechslungsreichen Nachmittag im Industriemuseum Chemnitz

Unterschiedlicher konnten die Themen der Ausstellung im Industriemuseum nicht sein und doch gab es vielfältige Beziehungen zwischen den historischen Industrieexponaten und den über 600 Ausstellungsstücken zu „Reiz und Scharm – Dessous – 150 Jahre Kulturgeschichte der Unterwäsche“.

Von hausbacken, hygienisch funktional bis zu modisch und sexy konnten sich die Museumsbesucher an Knickebockern und Hüftschlüpfern, Liebestötern, Leibchen für Jungen und Mädchen mit Strumpfhaltern, Deckelunterhosen, Reifunterröcken und Nachthemden aus Baumwolle oder Dederon erinnern. Anhand von Modellen, Fotos, Filmen und Werbung wurden diese herrlichen Erinnerungsstücke den Besuchern auf 600 qm Fläche präsentiert.

Die maschinelle Grundausrüstung zur Herstellung dieser Textilien entstand ab dem 18. Jahrhundert bis zum 20. Jahrhundert in Chemnitz: Spinnereimaschinen, Webstühle, Strumpfmaschinen, Nähmaschinen und dergleichen. Dies machte uns Professor Dr. Karlheinz Arnold, ehemaliger Technischer Direktor des Fritz-Heckert-Kombinates Karl-Marx-Stadt in seinem hochinteressanten Kurzvortrag über die Industriegeschichte von Chemnitz/Karl-Marx-Stadt bis in die 90er Jahre deutlich. Es sei an verdienstvolle Namen erinnert wie Becker, Esche, Haubold, Hartmann, Jaenicke und Winklhofer, Mauersberger, Nevoigt, Reinecker, Schubert und Salzer, Schönherr, Zimmermann, die nicht nur Textilmaschinen und Textilien herstellten und Chemnitz in der Industrielandschaft zu Weltruhm verhalf.

Professor Dr. Arnold gehört zu den wenigen Menschen, die mit Begeisterung und Können das Musikinstrument Bandoneon – große Concertina – spielen, das 1834 vom Industriellen Carl Friedrich Uhlich in Chemnitz für die armen Leute als Chemnitzer Concertina erfunden und gebaut wurde. Mit verbesserter „Carlsfelder Tonlage“ können heutzutage Volkslieder, Tangos, Schlager, Operettenmusik, aber auch Klassik wohlklingend gespielt werden. Wir waren dabei und begeistert!

Ein Buch über die Geschichte der Chemnitzer Concertina gibt es leider bisher nur in englischer (!) Sprache: „The Chemnitzer Concertina – A History and an Accolade“ von LaVern J. Rippley. Es wäre wünschenswert, dieses regionalgeschichtlich wertvolle Buch für die interessierten Chemnitzer und Industrietouristen in deutscher Sprache herauszugeben.