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Volkssolidarität als Anwältin der Menschen gefeiert und geehrt

Mit einem Festakt im Erfurter Kaisersaal beging die Volkssolidarität am 17. Oktober das 70. Jubiläum ihrer Gründung. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig würdigte als Festrednerin das große Engagement, mit der die Volkssolidarität seit 70 Jahren für die Menschen da ist: „Der alte Dreiklang der Volkssolidarität ‚Geselligkeit, Tätigsein, Fürsorge‘ und das neuere Motto ‚Miteinander – füreinander‘ beschreiben in wenigen Worten, was Volkssolidarität bedeutet und warum Volkssolidarität wichtig ist – für Ostdeutschland und für die Wohlfahrtspflege in unserem Land.“ Begegnung, gegenseitige Hilfe, Zusammenhalt und Lobbyarbeit für die Benachteiligten – all das leiste und organisiere die Volkssolidarität.
Die Ministerin betonte, dass der Verband eine „wichtige Arbeit für den Zusammenhalt und das Soziale in unserem Land“ leiste. „Die Volkssolidarität tut dies als Anwältin der Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind.“ Sie ging auf die Geschichte des Verbandes seit seiner Gründung 1945 ein und sagte mit Blick auf die Veränderungen seit 1990: „Auf die Frage, wie das einige Deutschland aussehen sollte, hatte und hat die Volkssolidarität nämlich eine klare Antwort, die auch meine Antwort ist. Wir wollen eine solidarische und gerechte Gesellschaft, die allen Menschen Rechte, Chancen und Unterstützung bietet.“ Ministerin Schwesig erinnerte an ein Plakat aus der Gründungszeit der Volkssolidarität: „Der einfache Satz auf diesem Plakat lautet: Nicht klagen – helfen!“ Diese Haltung habe sich die Volkssolidarität 70 Jahre lang bewahrt. Mit Blick auf die Arbeit des Verbandes auch angesichts der aktuellen Hilfe für Flüchtlinge sagte sie „Danke für Ihre Solidarität!“ Die Volkssolidarität werde weiter gebraucht, stellte die Bundesministerin in Erfurt fest: Sie sei „konsequent parteiisch: Sie steht für soziale Gerechtigkeit und an der Seite der Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Die Volkssolidarität ist ebenso konsequent persönlich: Sie steht für die Hilfe von Mensch zu Mensch, für Geselligkeit, für das Aktivwerden, für Miteinander und Füreinander.“
Das Jubiläum sei ein guter Tag, sagte der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow in seinen Grußworten während des Festaktes. „Wäre die Volkssolidarität vor 70 Jahren nicht gegründet worden, müsste sie heute gegründet werden. Wir brauchen mehr Solidarität in unserer Gesellschaft. Danke, dass Sie jeden Tag diese Gesellschaft lebenswert machen.“ Ihm sei „nicht bange um unser Land“, „solange wir eine so junge Organisation wie die Volkssolidarität haben“. Er dankte dem Verband, aber auch den anderen Sozialverbänden vor allem für die Arbeit, die derzeit bei der Hilfe für Flüchtlinge geleistet werde. Die damit verbundenen Aufgaben seien nur gemeinsam lösbar, so der Ministerpräsident. Er erinnerte daran, dass das damalige Land Thüringen von 1945 bis 1949 allein 800.000 Flüchtlinge und Vertriebene in Folge des 2. Weltkrieges aufgenommen und integriert hatte. Heute gelte: „Nicht Flüchtlinge bekämpfen, sondern Fluchtursachen zu bekämpfen, muss unsere Aufgabe sein.“ Ramelow bat die Sozialverbände weiter um Unterstützung und auch darum, jedem entgegen zu treten, der Flüchtlingsheime anzündet, Flüchtlinge angreift und gegen sie hetzt.
Mit Beifall reagierten die Teilnehmer des Festaktes auf die Worte des Ministerpräsidenten wie schon zuvor auf die der Bundesministerin. Beifall bekamen auch die zahlreichen Künstler aller Generationen, die das Programm des Festaktes gestalteten: Von Mezzosopranistin Sabra Lopes und Violinistin Rino Yamamoto, über die drei Pianistinnen von „Some Handsome Hands” Anne Salie, Alina Pronina, Alyana Pirola, Bajan-Spieler Aydar Gaynullin, und dem Philharmonischen Kinder- und Jugendchor Erfurt bis zum „High Fossility – RockPopChor 60+“ und dem Landesjugendorchester Thüringen. Beifall erhielt auch Moderatorin Marion Sauer, die mit Zitaten von Bertolt Brecht durch das Programm führte und immer wieder zum nachdenken anregte.
Ihnen dankte Verbandspräsident Dr. Wolfram Friedersdorff in seinen Schlussworten vor dem letzten gemeinsamen Lied „Heal the ­World“ von Michael Jackson. Er dankte ebenso den Mitgliedern sowie den ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern der Volkssolidarität für ihr Wirken. Dieses habe dafür gesorgt und sorge weiter dafür, dass der Verband mit Stolz auf 70 Jahre soziales Engagement zurückblicken könne. „Die Volkssolidarität steht vor vielen neuen Herausforderungen“, sagte der Verbandspräsident mit Blick auf die gesellschaftlichen und sozialen Entwicklungen. Ihm sei um die Zukunft der Volkssolidarität nicht bange, denn: „Eigentlich sind wir gut gerüstet für die nächsten 70 Jahre. Es liegt an uns selbst, wie wir die skizzierten Herausforderungen annehmen.“