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Erneutes Ringen um Bürgertreff(s)

Der Bürgertreff „bei Heckerts“ wird von der Bürgerinitiative Morgenleite/Markersdorf-Nord seit einigen Jahren mit zeitlich begrenzten staatlichen Fördermitteln betrieben. Nachdem diese ausliefen, versuchte der Trägerverein städtische Mittel zu beantragen, da eine derartige Einrichtung nicht ausschließlich ehrenamtlich betrieben werden kann.

In den vergangenen Jahren wurden durch den Stadtrat Sparpakete mit Auswirkungen auf das sozio-kulturelle Angebot in den Stadtteilen beschlossen. So musste bspw. die Volkssolidarität 2012 aufgrund eingestellter Förderung die Begegnungsstätte „Am Harthwald“ schließen. Viele Besucher, die den weiteren Weg zurücklegen können, wichen auf den Bürgertreff aus. 

Das Jahr 2015 brachte für die Vereine etwas Aufatmen. Der Stadtrat hatte sich fraktionsübergreifend für den Erhalt bestehender Einrichtungen stark gemacht und die notwendige Mittelerhöhung beschlossen. Für 2016 muss nun die Summe des Vorjahres neu in den Stadthaushalt eingeordnet werden. Hinzu kommt der Mehraufwand für neu eingereichte Projekte, u. a. für den Bürgertreff. Die Fraktionsgemeinschaft VOSI/Piraten wird sämtliche Möglichkeiten für den Erhalt prüfen. Eine kommunale Förderung kann jedoch nur durch das Zusammenwirken der großen Fraktionen erreicht werden. Eine Arbeitsgruppe mit Stadträten sowie Vertretern der LIGA und des Sozialamtes setzt sich fachlich damit auseinander (für die VOSI/Piraten ist A. Wolf-Kather dabei). Entsprechende Deckungsquellen im Stadthaushalt zu finden, ist schwierig. Dabei auf einen Teil der geplanten Kosten für die Eröffnungsfeier des CFC-Stadions (150.000 €) zu „schielen“, liegt nahe. 

Andreas Wolf-Kather dazu: „In allen Stadtteilen muss es sinnvolle Freizeiteinrichtungen für Kinder, Jugendliche und Senioren geben. Gerade für ältere Bürger, die oft nicht mehr so mobil sind, werden wohnortnahe Begegnungsmöglichkeiten gebraucht. Für Menschen mit Behinderungen gilt das ebenso. Dabei sollte im Blick bleiben, dass es viele Bürger mit geringem Einkommen gibt. Außerdem sprechen sich derzeit viele Stadtverantwortliche für die Integration von Flüchtlingen aus. Das geht nicht hinter geschlossenen Türen, es bedarf ansprechender Angebote inmitten unserer Gesellschaft. Deshalb müssen auch kleinere Einrichtungen wie der Bürgertreff erhalten und gefördert werden, denn hier gibt es für alle interessierten Menschen einen Zugang zur Teilhabe am sozio-kulturellen Leben.“

Anni Mager, ehrenamtliches Leitungsmitglied der Wohngruppe 072  der Volkssolidarität Chemnitz und Stammgast des Bürgertreffs, führt an, warum er für den Stadtteil wichtig ist: „Über die Nachricht, dass der Bürgertreff geschlossen werden soll, war ich sehr bestürzt. Ist er doch ein beliebter und gut besuchter Anlaufpunkt für Jung und Alt. Sein abwechslungsreiches Programm lockt interessierte Bürger an, seien es Lesenachmittage oder Vorträge zur Geschichte unserer Stadt und zu fernen Ländern, das gemeinsame Frühstück oder der Treff der Handarbeitsfrauen. 

Die Wohngruppen der Volkssolidarität aus der Umgebung nutzen die Möglichkeiten des Treffs. Sie führen hier ihre Beratungen  und monatlichen Zusammenkünfte aller Art durch und können ihre Jahreshöhepunkte interessant gestalten. So fand im Februar ein Fasching mit ausländischen Gästen statt. Als Mitglied einer Wohngruppenleitung hat es mir immer viel Freude gemacht, die Veranstaltungen mit vorzubereiten. Die Freude der Gäste über diese möchte ich nicht missen. Wir brauchen für unser Wohngebiet diesen Treff!“