Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Freunde der Volkssolidarität,

es ist noch gar nicht so lange her, dass die Bundesdelegiertenkonferenz den schon seit sehr vielen Jahren verwendeten und gelebten Leitspruch der Volkssolidarität „miteinander – füreinander“ mit „Solidarität leben“ ergänzt hat. Und nur wenige Tage ist es her, dass wir wieder einmal sehen konnten, was diese beiden Worte besonders unterstreichen.

Als am 25. Oktober aufgrund des Fundes einer amerikanischen Fliegerbombe aus dem II. Weltkrieg und ihrer Entschärfung fast der gesamte Chemnitzer Stadtteil Kaßberg evakuiert werden musste, haben sich sofort Mitarbeiter der Volkssolidarität dazu bereit erklärt, zu helfen. Davon können Sie in dieser Ausgabe der VS Aktuell lesen (S. 7). Es ist schon faszinierend, dass alle wie Zahnräder in einem Getriebe ineinandergegriffen haben. Dort, wo man aufgrund einer äußerst knappen Vorbereitungszeit Chaos befürchten müsste, hat alles erstaunlich gut strukturiert funktioniert. Unsere Kollegen haben dabei nicht auf die Uhr geschaut. Wichtiger als ihr Feierabend war ihnen, den evakuierten Senioren zu helfen und ihnen trotz der schweren Situation die Stunden des Wartens erträglich zu gestalten. Kurz vor Mitternacht wurde sogar gemeinsam noch im Dunkeln eine Wiese nach einem verlorengegangenen Hörgerät erfolgreich abgesucht. Der betroffene Senior sollte mit seinem Problem nicht alleine gelassen werden. Das bedeuten die beiden Worte „Solidarität leben“. 

Die Hilfe bei der Evakuierung des Kaßbergs ist kein Einzelfall gewesen. Im vergangenen Jahr erhielten wir bspw. von Mitarbeitern und Mitgliedern der Volkssolidarität eine unglaubliche Unterstützung bei der Einrichtung der Zeltstadt auf dem Gelände der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber auf dem Adelbert-Stifter-Weg als Unterkunft für Flüchtlinge sowie bei deren Betreuung und Versorgung bspw. mit Kleidern und Spielsachen für die Kinder. 

Und wenn wir unseren Blick nicht zurück, sondern nur wenige Wochen nach vorne wenden, sehen wir schon die vielen haupt- und ehrenamtlichen Helfer, die sich in der Weihnachtszeit um andere Menschen kümmern. Seien es bspw. die vielen Mitarbeiter und Ehrenamtlichen, die auch an den Feiertagen in den Begegnungsstätten und Stadtteiltreffs, in den Seniorenpflegeheimen, Sozialstationen und in der Zentralküche arbeiten, um andere Menschen zu betreuen und zu versorgen, auch wenn die eigene Familie zu Hause wartet. 

Besondere Hochachtung haben wir vor unseren Volkshelfern. Meist selbst in einem hohen Alter scheuen sie weder Wind und Wetter und machen sich auf den mitunter beschwerlichen Weg, um andere Menschen zu besuchen, ihnen zu helfen und vor allem in der Weihnachtszeit Beistand und Trost zu spenden. 

Wir bedanken uns bei unseren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiten, bei unseren Mitgliedern und bei den Volkshelfern für ihre stets gezeigte Einsatzbereitschaft, Menschen zu helfen. Die gelebte Solidarität ist genau das, was die Volkssolidarität ausmacht: „miteinander – füreinander – Solidarität leben“

Wir wünschen Ihnen, liebe Leser, ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein friedliches Jahr 2017. Auch, wenn wir uns für viele Notfälle aufgrund der Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiter und Mitglieder gut gewappnet sehen, hoffen und wünschen wir, dass es keine geben wird.

Andreas Lasseck, Vorsitzender