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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde der Volkssolidarität,

erinnern Sie sich noch an das 60. Jubiläum der Volkssolidarität in Chemnitz? Als einen Höhepunkt des Festprogramms organisierten wir einen Lampionumzug. Beeindruckt waren wir, als hunderte Kinder, Eltern und Großeltern der Einladung folgten. 

Als wenig später Medien und auch die Politik aufgrund von Statistiken und Prognosen verkündeten, dass unsere Stadt bald überaltern wird, mussten wir dem etwas entgegensetzen und riefen zur ersten LichtNacht auf. Wir wollten zeigen, dass es in Chemnitz dennoch zahlreiche Kinder gibt, für die es sich lohnt, die Stadt lebenswert zu gestalten. Mittlerweile ist die LichtNacht umgezogen und führt nun von der Schlossteichinsel zur Küchwaldbühne. Mit Unterstützung vieler Vereine, Firmen und Initiativen ist aus ihr einer der größten Lampionumzüge Sachsens geworden. Die Teilnehmerzahlen stiegen stetig an – und trotz Prognosen leben in Chemnitz immer mehr Kinder. Nicht erst durch die Aufnahme von Flüchtlingen ist unsere Stadt multikulturell geworden, was sich ebenso in der LichtNacht spiegelt. So reihte sich bereits zum dritten Mal neben traditionellen Blasorchestern eine Samba-Gruppe ein. 

Was schon seit Jahren gelebt, wurde beim elften Mal mit in die Ankündigung geschrieben: Die LichtNacht steht nicht nur für eine kinderfreundliche, sondern auch für eine tolerante Stadt. Anlass sind die Ereignisse gewesen, die Chemnitz innerhalb weniger Tage nicht nur in Deutschland, sondern weltweit bekannt gemacht haben. Den tragischen Tod eines Chemnitzer Bürgers verurteilen wir ebenso wie dessen Ausnutzung durch rechtsextreme Gruppierungen. Für uns steht Toleranz gegenüber Menschen aus anderen Ländern und Kulturen nicht zur Debatte, sondern gehört zu unserem täglichen Miteinander ebenso wie die Solidarität mit notleidenden Menschen. Vergessen wir nicht, dass die Volkssolidarität dafür seit ihrer Gründung steht.

Wir bedanken uns bei den Mitgliedern und Mitarbeitern, die Jahr für Jahr bei der Listensammlung Spenden für gute Zwecke sammeln. Dadurch unterstützen sie auch die LichtNacht, denn diese gehört schon länger zu den Sammlungszwecken. 

Wir wünschen Ihnen eine friedliche Weihnachtszeit und ein ebenso friedliches neues Jahr. Wir hoffen, dass dieses auch für unsere Stadt wieder friedlicher und besser wird. Das Potenzial dazu hat Chemnitz, denn das Zusammenrücken und das gemeinsame Handeln für eine tolerante und weltoffene Stadt wird vielleicht nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit gesehen. Die Volkssolidarität ist ein Teil davon – getreu unserem Leitspruch „Miteinander – füreinander – Solidarität leben!“

Andreas Lasseck    
Vorsitzender     

Ulrike Ullrich
Geschäftsführerin