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Datenschutz als Schwerpunkt der Frühjahrsberatungen

Erstaunlich gut besucht waren dieses Jahr die Frühjahrsberatungen für die Leiter und die Verantwortlichen für Soziales sowie die Verantwortlichen für Kultur der Wohn- und Interessengruppen der Volkssolidarität Chemnitz am 28. März sowie der Hauptkassierer und Revisoren am 4. April 2019. Das mag vor allem an einem Vorschlag aus der Mitgliedschaft liegen. Da viele Mitglieder mehrere Funktionen innerhalb einer Wohngruppe übernehmen, könnten doch die Beratungen für die Leiter und diejenigen für die Verantwortlichen für Kultur und Soziales zusammengelegt werden. Dieses Ansinnen stieß bei der zurückliegenden Stadtdelegiertenversammlung auf breite Zustimmung, so dass aus drei Beratungen zwei geworden sind.

Der Zuspruch könnte aber auch an der Tagesordnung gelegen haben, denn diese enthielt neben den gewohnten Informationen zu aktuellen Entwicklungen im Verein ein Thema, welches auch für die Arbeit in den Wohn- und Interessengruppen überaus brisant ist: den Datenschutz.

Datenschutz in der ­Wohngruppenarbeit

Vor allem seit dem 25. Mai 2018, als die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft trat, herrsche eine große Unsicherheit, die durch die mediale Berichterstattung und viele sich im Umlauf befindlichen „Halbwahrheiten“ überaus verstärkt wurde.  Darauf wies Thomas Thieme, Referent der Geschäftsleitung, zu Beginn seines Referates hin. Die Volkssolidarität Chemnitz habe den Datenschutz bereits vor der DSGVO ernst genommen und neben den Daten der vom Verein betreuten Menschen würden auch die von den Mitgliedern einen sehr hohen Schutz genießen. 

Ein Schwerpunkt seiner Ausführungen war der Datenschutz innerhalb der Wohn- und Interessengruppen. Anhand von Beispielen gab er wichtige Hinweise bspw. für die Weitergabe von Daten innerhalb der Wohn- bzw. Interessengruppe. Wenn z. B. Listen nicht mehr benötigt werden, sollten sie nicht einfach im Altpapier landen, sondern zuvor durch mehrfaches Zerreißen bzw. Schreddern vernichtet werden. Befinden sich die Daten auf einem Rechner, muss dieser durch ein Passwort geschützt sein. Wie beim Papier gelte es hier, Daten auf einem ggf. verwendeten externen Datenträger wie einem USB-Stick durch Formatieren zu vernichten.

Thomas Thieme verwies weiterhin darauf, dass auch Fotos dem Datenschutz unterliegen und insofern wenn diese bspw. in der VS Aktuell veröffentlicht werden sollen, eine Genehmigung bei den im Vordergrund abgebildeten Personen eingeholt werden sollte. Für eine unkomplizierte Handhabung wurde daher ein Formular  erarbeitet und an die Anwesenden ausgereicht, auf dem die fotografierten Mitglieder unterschreiben und damit ihr Einverständnis für eine Veröffentlichung des Fotos erklären können.  Bei Fotos von Minderjährigen müssen die Erziehungsberechtigten, also meist die Eltern und nicht Oma oder Opa, ihre Einwilligung geben. Zusätzlich gelte bei Fotos auch das Kunsturhebergesetz (KUG) und das Allgemeine Persönlichkeitsrecht (APR). Letzteres regelt anhand der Rechtssprechung, dass Menschen nicht so abgebildet sein dürften, dass sie sich in ihrer Ehre verletzt fühlen.

Neben dem erwähnten Formular wurde den Anwesenden auch ein Merkblatt der Datenschutzbeauftragten ausgehändigt, auf dem die wichtigsten Punkte zusammengefasst sind.

„Morgenohr“ vorgestellt

Ein weiterer Vortrag stand auf der Tagesordnung der Beratungen: Prof. Dr. Georg Jahn von der Technischen Universität Chemnitz stellte am 28. März und Andreas Wolf-Kather am 4. April das Projekt „Morgenohr“ vor, bei dem die Volkssolidarität Chemnitz mitwirkt. Dieses widmet sich mobilitätseingeschränkten Senioren, die alleinstehend sind und alleine leben und gerade deshalb nicht alleine gelassen werden sollen. Ehrenamtliche Helfer werden sie regelmäßig anrufen, ein offenes Ohr haben und sich Zeit zum Plaudern und Zuhören nehmen. Ein wichtiges Anliegen dabei sei, bei den Telefonaten herauszufinden, ob es den Senioren gut gehe oder ob sie professionelle Hilfe benötigen. Wichtig sei, dass ein Vertrauensverhältnis aufgebaut wird, damit im Bedarfsfall Sorgen und Probleme angesprochen und gemeinsam Lösungen gefunden werden können. Wenn ein ehrenamtlicher Helfer ein oder zwei Senioren am Tag anruft, hat dieser einen täglichen Arbeitsaufwand von etwa 30 Minuten. In Vorbereitung auf ihre Aufgabe würden die Ehrenamtlichen Hinweise zur Gesprächsführung und Informationen zu unterstützenden Diensten erhalten. Zudem werden regelmäßige Treffen Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch geben. Interessenten an einer ehrenamtlichen Tätigkeit im Rahmen des Projektes können sich gerne in der Mitgliederbetreuung (Tel. 0371 5385-117) melden.