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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde der Volkssolidarität,

in diesem Jahr werden von den wahlberechtigten Einwohnern Sachsens wieder wichtige Weichen gestellt, und das bereits in wenigen Tagen. Den Anfang machen hier die Europa- und Kommunalwahl am 26. Mai, am 1. September folgt die Wahl zum Sächsischen Landtag. Lassen Sie uns einen kurzen Blick zurück werfen, auf die politisch gesetzten Rahmenbedingungen, unter denen unser Verein sich für andere Menschen einsetzt.

Fest steht: Ohne Förderung und Finanzierung durch die öffentliche Hand geht auch bei uns fast nichts. So freuen wir uns, dass einige unserer Stadtteiltreffs auch von der Kommune als wichtige sozio-kulturelle Einrichtungen der Begegnung und sozialen Betreuung angesehen und gefördert werden. Die finanziellen Zuwendungen reichen zwar für einen kostendeckenden Betrieb nicht aus, sie unterstützen jedoch wesentlich das vielfältige Angebot. Eine Förderung von Begegnungseinrichtungen ist für Kommunen keinesfalls selbstverständlich. Vor diesem Hintergrund ist es bemerkenswert, dass sich Chemnitz dieser wichtigen Aufgabe stellt und dazu eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen hat, in der sich unser Bereichsleiter Mitgliederbetreuung Andreas Wolf-Kather mit seinen Erfahrungen und andere Vertreter der Liga der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in Chemnitz (Liga) engagiert eingebracht haben.

Auch dass die Liga der freien Wohlfahrtspflege, in der die Volkssolidarität Chemnitz als Gründungsmitglied aktiv mitwirkt, vor wichtigen kommunalpolitischen Entscheidungen gehört wird, ist nicht selbstverständlich. Auf Landesebene sieht das leider anders aus. Schon seit vielen Jahren setzt sie sich für bessere Rahmenbedingungen von Kindertageseinrichtungen ein. Für die wichtige Arbeit am Kind konnte zwar eine leichte Verbesserung des Personalschlüssels erkämpft werden. Dieser gehört jedoch nach wie vor zu den schlechtesten in Deutschland. Ähnliches gilt auch für die Pflege, bei der von der Politik auch die Wertschätzung vor allem für die damit verbundenen Berufe fehlt. Dies wird die Liga Chemnitz am „Tag der Pflege“ am 11. Mai 2019 erneut einfordern.

Der Blick zurück auf die Entwicklung der vergangenen Monate und auf aktuelle Wahlumfragen stimmt wenig optimistisch. Parteien und Gruppierungen haben sich in Stellung gebracht, bei denen soziale Werte nicht im Vordergrund stehen. Die Unterstützung und Förderung sozialer und kultureller Projekte und Einrichtungen sowie wichtiger Bildungsangebote ist in Gefahr, wenn eine Partei Oberhand gewinnt, die ggf. deren Existenzberechtigung keine Bedeutung beimisst. Gehen Sie wählen und überlegen Sie sich bitte zuvor genau, wem Sie bei den anstehenden wichtigen Wahlen Ihre Stimme geben!

Andreas Lasseck    
Vorsitzender     

Ulrike Ullrich
Geschäftsführerin