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Ist doch nur ein Karton, oder … ?

Dieser Frage wollten wir auf den Grund gehen. Bedingt durch unseren Umzug landete immer wieder mal ein Karton in unserem Zimmer, den sich die Kinder dann schnell schnappten und in ihr Spiel mit einbezogen. Aber bei einer Kiste und vielen, vielen Kindern blieb der Streit nicht aus.

Dadurch entstand die Idee, ein Projekt mit vielen Kartons in unterschiedlichen Größen zu starten. Mit Hilfe der Eltern begannen wir zu sammeln und hatten schnell einen großen Vorrat zusammen. Es konnte losgehen.

Wir entfernten zunächst den größten Teil des Spielzeugs aus den Regalen und stellten dann den Kindern die Kartons, Decken, Kissen, Puppen und Bücher zur Verfügung. Wir demonstrierten einige Spielideen wie z. B. das Übereinanderstapeln, das Bauen einer Mauer oder die Nutzung als Auto. Diese wurden von vielen Kindern erst einmal aufgegriffen und weitergeführt. Aber wir wollten natürlich auch wissen , welche Ideen die Kinder selbst entwickeln, und wir waren erstaunt, wie kreativ und fantasievoll sie die Kartons für das Spiel nutzten. So wurden diese zu Betten für die Puppen umfunktioniert.

Einige Kinder bauten sich eine Höhle und machten es sich darin mit Decken und Kissen gemütlich. Andere stellten die Kisten hochkant und setzten sich mit einem Buch hinein, um dieses in Ruhe zu betrachten.

Unter einem besonders großen Karton konnten sich die Kinder verstecken und auch eine Eisenbahn entstand. Aus einem weiteren Karton wurde ein Haus mit Fenster und Tür, welches die Kinder dann noch mit Fingerfarbe bedruckten.

Zum Abschluss des Projektes wurden zwei Kartons auf je eine Decke gestellt und zwei Erzieher zogen diese unter großem Gejohle um die Wette durch das Zimmer. Jeder wollte natürlich drankommen und der Andrang war groß.

Wir hatten alle viel Spaß und so ganz nebenbei und unbemerkt schulten die Kinder viele Fähigkeiten und Fertigkeiten, wie z. B. Grob- und Feinmotorik, Wahrnehmung, Kreativität und Fantasie, Konzentration, Ausdauer, Gleichgewicht, Kraft, Koordination, Sprache und Sozialverhalten.

Am Ende stand für uns fest, dass in dem Material mehr steckt, als nur ein unscheinbarer Karton.