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­Volkssolidarität trauert um ihren ­Ehrenpräsidenten

Die Volkssolidarität trauert um ihren Ehrenpräsidenten Prof. Dr. sc. Gunnar Winkler, der nach längerer Krankheit im Alter von 88 Jahren von uns gegangen ist.

Prof. Winkler wurde 1931 in Hamburg geboren, 1935 zog die Familie nach Leipzig um. Nach dem Ende seiner Schulzeit arbeitete Gunnar Winkler im Erzbergbau als Hauer und Steiger. Im Laufe des Lebens hat er sich der wissenschaftlichen Arbeit verschrieben: er studierte Wirtschaftswissenschaften in Halle und Leipzig und wirkte später an der Akademie der Wissenschaften der DDR. Von 1978 bis 1991 war er dort Direktor des Instituts für Soziologie und Sozialpolitik. 1967 hatte er promoviert und 1973 habilitiert (Dr. sc.). 1991 gründete Gunnar Winkler das Sozialwissenschaftliche Forschungszentrum Berlin-Brandenburg, wo er bis 2002 Geschäftsführer war. Mitglied der Volkssolidarität war Prof. Winkler seit 1963 und von 2002 bis 2013 deren Präsident. Ab 2001 war er gleichzeitig für zwei Jahre Landesvorsitzender der Volkssolidarität Brandenburg. Auf der Bundesdelegiertenversammlung der Volkssolidarität 2014 trat Prof. Winkler nicht erneut zur Wahl zum Präsidenten an und wurde von den Delegierten einstimmig zum Ehrenpräsidenten gewählt.

„Die Volkssolidarität sieht die größte Herausforderung darin, in der Gesellschaft die zunehmende, soziale Kluft zwischen arm und reich zu überwinden. Unser Verband setzt sich mit dem ihm zur Verfügung stehenden Kräften und Möglichkeiten für den Erhalt und die Förderung des Sozialen in dieser Gesellschaft ein und wird sein Engagement in dieser Hinsicht weiter verstärken. Dabei gehen wir davon aus, dass wir für einen ‚Sozialstaat‘ eintreten, der es allen Bürgern ermöglicht, selbstbestimmt und unter menschenwürdigen Bedingungen zu leben. Wir wenden uns ausdrücklich gegen ein Menschenbild, das den Wert des Einzelnen nur nach dem Aspekt seines ‚ökonomischen‘ Nutzens betrachtet,“ Prof. Dr. sc. Gunnar Winkler

Von unschätzbarem Wert für die Volkssolidarität ist die wissenschaftliche Arbeit und Kompetenz des Ehrenpräsidenten auf dem sozialpolitischen Gebiet. Die Sozialreporte, Rentenkonzepte und mehrere soziologische Analysen und Bücher haben dazu beigetragen, eine solide Fachlichkeit im Verband herauszubilden und die Volkssolidarität zu einer anerkannten Gesprächspartnerin von Regierung, Parteien und Organisationen zu machen.

Dabei stand immer die Bekämpfung der Armut im Mittelpunkt. Mit persönlichem Engagement setzte sich Prof. Winkler dafür ein, die jeweils existierenden Verhältnisse für möglichst alle Bürger/-innen menschenwürdig und lebenswert zu gestalten und für den Sozialstaat zu kämpfen.

Prof. Winkler genoss außerhalb und innerhalb der Volkssolidarität große Wertschätzung. Er war viel im Verband und seinen Gliederungen unterwegs und hat stets das Gespräch mit Mitgliedern und Funktionären gesucht. So hat er die Volkssolidarität nicht nur verwaltet, sondern auch gestaltet und geprägt. Bis heute war er dem Bundesvorstand der Volkssolidarität und seiner Geschäftsstelle eng verbunden. Die Dokumentation der Geschichte der Volkssolidarität ist sein Werk und findet große Anerkennung. Bis zuletzt leitete er die Geschichtskommission des Bundesvorstandes der Volkssolidarität und engagierte sich mit seiner Frau in der Ortsgruppe seiner Wahlheimat Bernau.

„Gunnar Winkler war ein unermüdlicher Mahner für die Interessen benachteiligter Menschen, ein Kämpfer für den Sozialstaat und ein hoch angesehener Sozialwissenschaftler. Die Volkssolidarität ist dankbar, dass sie bis zu seinem Tod auf die Erfahrung und das Engagement Prof. Winklers zurückgreifen konnte und kämpft – in Gedenken an den verstorbenen Ehrenpräsidenten – weiterhin unermüdlich für die sozialen Interessen der Bürger/-innen und für den Zusammenhalt der Gesellschaft“, sagt der Präsident der Volkssolidarität Dr. Wolfram Friedersdorff.