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Wer klammert denn da?

Das Spiel mit Alltagsgegenständen ist ein fester Bestandteil in der Krabbelgruppe unseres Hauses. Deshalb gehören Wäscheklammern, die die Kinder zu vielfältigen Beschäftigungen einladen, zum ständigen Materialangebot in der Krippe.

Mit diesen einfachen Materialien können z. B. spielerisch die Feinmotorik, der Tastsinn, die optische Wahrnehmung, die Auge-Hand-Koordination, Fantasie, Konzentration und die Sprache gefördert werden.

Gemeinsam mit den Erzieherinnen probierten die Kinder viele kreative Spielideen aus. So wurden z. B. mit den Klammern Muster gelegt, Fantasiegebilde zusammengesteckt, Klammern an einer Schnur und an der Kleidung befestigt oder in bunter Reihenfolge an einem Karton festgeklemmt.

Einige der über 2-Jährigen konnten sie schon nach Farbe sortieren und diese auch benennen. Eine riesengroße Herausforderung war dabei die Handhabung der Klammern, damit sie sich öffnen. Eine Portion Kraft und Fingerspitzengefühl waren dafür notwendig und nicht alle waren dieser Herausforderung gewachsen.

Interessant war es auch zu beobachten, welche Ideen von Kindern beim Spiel mit eingebracht wurden. So steckten sie die Klammern zu Schlangen zusammen und ein Kind verwendete sie als Krokodil und wir konnten sie in unser Singspiel vom „Krokodil vom Nil“ mit einbeziehen. Ein anderes Kind befestigte sie an den Fingern und einer klemmte sie an das Gitter der Heizungsabdeckung. Einige schütteten die Klammern von einem Gefäß in das andere und hatten ihren Spaß an dem rasselnden Geräusch, das dabei entstand.

Beim Aufräumen stellten wir fest, dass eine ganze Menge Klammern fehlten. Wohin waren diese verschwunden?

Nach kurzer Suche sahen wir ein Kind, das mit großer Ausdauer viele Klammern in einen leeren Kasten packte, diesen zuschob, wieder öffnete, die Klammern rauslegte, mit einem klackernden Geräusch im Kasten verschwinden ließ und diesen wieder zuschob und wieder und wieder und wieder …

Der Fantasie der Kinder war keine Grenzen gesetzt und wenn das Mittagsessen nicht im Anmarsch gewesen wäre, hätten einige von ihnen noch weitergemacht.

Dieses Angebot hat gezeigt, dass man mit ganz einfachen Materialien die Kinder zu einem kreativen, sinnvollen Spiel anregen kann, bei dem viele Fähigkeiten und Fertigkeiten geschult werden und bei dem auch der Spaß nicht zu kurz kommt, frei nach dem Motto: kleines Material – große Wirkung.