Blumen zum Trocknen

Spaß am Gestalten und lange Freude an der Blütenpracht

Im Kreislauf der Jahreszeiten hat ein jeder Monat seine ganz eigene Bedeutung für Gärtner, Floristen und alle Naturliebhaber. Nicht nur die Entwicklung – das Wachsen, Ernten und Ruhen der Pflanzenwelt – stehen dabei in unserer Aufmerksamkeit. Es ergeben sich aus der natürlichen Zeitenabfolge alle Tätigkeiten für den Menschen, wenn er mit den von Natur aus gegebenen Umweltbedingungen im Einklang leben möchte. Auch, wenn es der Mensch geschafft hat, mit verschiedenen Methoden den natürlichen Kreislauf durch künstlich erzeugte Hilfsmittel in selbstbestimmter Folge für sich nutzbar zu machen, möchte ich davon ausgehen, dass jeder Naturliebhaber die Vorzüge der Jahreszeiten mit ihren jeweiligen Eigenschaften achtet. In diesem Artikel möchte ich gezielt auf das Sammeln und Trocknen von Blütenschmuck und floralen Bestandteilen hinweisen, um Anregungen für kreative Menschen zu geben. Neben den bekannten typischen Blumen, welche wie die beliebten Strohblumen eigens dafür angebaut werden, gibt es noch einige Gewächse, die sich ebenfalls für die Trockenfloristik eignen. Einige Beispiele aus der heimischen Pflanzenwelt sind: Sonnenflügel, Sonnenblume, Strandnelke, Statice, Schleierkraut, Silbertaler, „Jungfer im Grünen“, Lampionblume, Muschelblume, Hortensien, Rosen, Sonnenhüte, Rittersporn, Zierlauch, Oregano, Dill, Lavendel, Pampasgras, Getreide, Mais.

Man muss keinen eigenen Garten besitzen, um sich einen Vorrat an brauchbarem und interessantem Bastelmaterial zu verschaffen. Wer seine Augen offen hält und mit Interesse durch Wald und Flur geht, wird schnell erkennen, dass die Möglichkeiten hierbei unerschöpflich sind.Durch das Sammeln beispielsweise folgender Pflanzen aus der freien Natur können teure Geschäfte umgangen werden: Leimkraut, Rainfarn, Schafgarbe, Disteln, Wasserdost, Johanneskraut, Schmalblättriges Weidenröschen, Gräser.

Als Blattwerk können Efeu, Farne, Mahonie und Buchs verwendet werden.

Als zierendes Beiwerk eignen sich Waldrebe, Hopfen, Zapfen, Erle, Zweige, Äste, Samenstände vom Mohn, Gartenfuchsschwanz, Moose, Laub, Pilze, Schneckenhäuser und Steine.

Wildpflanzen wirken für sich oder können auch mit den typischen Gartentrockenblumen kombiniert werden. So kommen diese erst richtig zur Geltung.

Generell können fast alle Pflanzenteile zum Trocknen verwendet werden. Der Wassergehalt darf allerdings nicht zu hoch sein, wie beispielsweise bei den Blättern der „Fetthenne“ (Sedum). Meist besteht hier die Gefahr von Schimmelbildung. 

Hinlänglich bekannt ist, dass Blumen am günstigsten „kopfüber“ hängend in luftigen Räumen vor direkter Sonne geschützt getrocknet werden. Der typische Rosenstrauß mit Schleierkraut, welchen man von einem lieben Menschen geschenkt bekam, kann so dauerhaft an eine schöne Zeit erinnern. Würde dieses Blumengebinde jedoch in der Vase verbleiben und die Wassergabe eingeschränkt, dann knicken die Blütenköpfe beim Trocknen ein. Außerdem bildet sich oft in der Vase an den Stielenden Schimmel. Deshalb ist es angeraten, sich bei besonders „wertvollen“ Blumensträußen  in der Vase zu erfreuen und sie bei ersten Anzeichen von „Verfallserscheinungen“ wie beschrieben zu trocknen.

Sehr dünne Blüten und Blätter und andere Pflanzenteile lassen sich besonders gut zwischen Löschpapier trocknen. Daraus können später vielfältige kleine Kunstwerke und Präsente hergestellt werden. Zum Beispiel hübsche Geschenkkarten, Kerzenverzierungen, mit Blütenschmuck aufgewertete Holzkästchen (Folie aus Bastelladen darüber bügeln) und vieles mehr.

Was Sie mit den aufgeführten Pflanzen außer in Form von üblichen Sträußen und Gestecken für kreative Möglichkeiten eingehen können, müssen Sie selbst für sich herausfinden. Fenster- und Tischschmuck, Türkränze, Wandbilder, ein Blüten-Potpourri – dafür gibt es immer wieder tolle Ideen.

Wer dabei etwas Starthilfe benötigt, kann sich gern in unseren Begegnungsstätten und Stadtteiltreffs bei den vielfältigen Zirkelangeboten ausprobieren.

Tipp: Sie haben eventuell ein geliebtes Trockengesteck daheim, welches mit der Zeit zum Staubfänger geworden ist? Dann nehmen Sie einen Fön und pusten Sie es ordentlich durch. Anschließend einfach mit Haarlack versiegeln. So verhindern Sie auch das Ausfallen von Pflanzenteilen, wie das oft bei Gräsern üblich ist.

aus VS Aktuell 2/2012, erschienen im  VS Aktuell   VS Aktuell 2/2012   Blumen- und Gartentipps