Chor der Volkssolidarität singt für den Brühl

Zusammen mit dem Brühlbüro der Stadt Chemnitz bemüht sich die „Europäische Kunstgemeinschaft e. V.“ in Verbindung mit den Plänen der Stadt zur Neubesiedelung des Brühls ein buntes künstlerisches und kulturelles Leben auf dem Brühl zu gestalten. Am 21. Dezember hat der Chor der Volkssolidarität für diesen Zweck ein kleines Programm auf dem Weihnachtsmarkt am Brühl gesungen. 

Chormitglied Werner Vogel führte im Auftrag der Leitung des Chores dazu mit Guido Günther, Vorstandsmitglied der „Europäischen Kunstgemeinschaft e.V.“ und ansässiger Gewerbetreibender am Brühl, folgendes Gespräch:

Chor: Ein Weihnachtsmarkt auf dem Brühl unter dem Motto „Baumwollbaum“ und das am Rande des großen Weihnachtsmarktes im Stadtzentrum. Welchen Zweck erfüllte das?

Guido Günther: Durch die Ausführungen der Oberbürgermeisterin ist bekannt, dass die Stadt im Zusammenhang mit dem Ausbau der TU Chemnitz plant, das Brühlquartier vor allem durch Studenten neu zu beleben. Gemeinsam mit dem Brühlbüro der Stadt versucht unser Verein, auch  das kulturelle Leben auf dem Brühl neu zu gestalten. Dazu haben wir schon den „Kultursommer“ als kulturellen Event durchgeführt. Das war eine jugendorientierte Sache und mitunter auch etwas laut. Damit wollten wir den Brühl in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken, den Brühl interessant machen und für den Brühlboulevard werben. Der Weihnachtsmarkt sollte nun diesen kulturellen Auftrag in einer besinnlicheren Form weiterführen und zugleich ein kleines Dankeschön an die Anwohner am Brühl sein, für ihr Verständnis zum „Kultursommer“.

Chor: Bei unserem Rundgang haben wir festgestellt, dass die angebotenen Produkte mit großer Kreativität und einfachsten Mitteln gefertigt wurden. Wer war daran beteiligt?

Guido Günther: Wir haben Wert darauf gelegt, dass nur Handarbeiten, Kleinkunst und selbst gefertigte Artikel fernab jeglicher industrieller Massenfertigung auf unserem Kleinkunstmarkt angeboten werden. (Das war Bedingung.) So waren verschiedene kreative Gruppen und vorwiegend Chemnitzer Künstler vertreten. Unter anderem auch unsere Mädels, aus dem „Guerilla-Strick“-Projekt, welche während des „Kultursommers“ Bäume eingestrickt,  jetzt mit ihren Topflappen den „Baumwollbaum“ gestaltet und für die Tombola gestrickt haben. Die Händler haben auf eigenes Risiko und eigene Rechnung gearbeitet. Standgebühren haben wir zu unserem ersten Event im Sinne der Belebung komplett erlassen. Alles, was sonst an Erlösen erwirtschaftet wurde, fließt wieder zu 100 Prozent in die Brühlbelebung. Unabhängig davon wurde ein erhebliches Maß an ehrenamtlicher Leistung von allen Beteiligten eingebracht.

Chor: Welche Bedeutung hat in diesem Zusammenhang das kulturelle Angebot?

Guido Günther: Darum geht es uns ja im Kern. Nach den Plänen der Stadt soll auf dem Brühl junges Leben angesiedelt werden. Gleichzeitig wurden Teile des Brühls an Investoren verkauft, von denen zu erwarten ist, dass sie Wohnraum höherwertig sanieren, sodass letztlich verschiedene Generationen auf dem Brühl wohnen werden. Dem soll sich das kulturelle Angebot auf dem Brühl anpassen. Wir wollen auf dem Brühl eine bunte Kulturlandschaft gestalten, die den verschiedensten Interessen gerecht wird.

Chor: Sie sagten uns, dass das kulturelle Angebot überwiegend jugendorientiert sein sollte. Wie ist da unser Chor mit seinen doch schon etwas reiferen Stimmen und dem alten deutschen Liedgut einzuordnen und wie ist er angekommen?

Guido Günther: Vorweggenommen, der Chor ist mit seinem Programm sehr gut angekommen. Auch wenn es einige wenige gab, die vielleicht anfangs gelächelt haben, hat uns doch die allgemeine Resonanz gezeigt, dass es richtig war, den Chor einzuladen. Manche, die etwas später kamen, haben es sogar bedauert, dass das Programm schon vorbei war.

Wie ich bereits sagte, soll das kulturelle Angebot bunt sein und vielen Interessen gerecht werden. Da hat uns ihr Chor als Kontrast zu den ansonsten jugendlichen Programmen sehr gut gefallen. Zeigt uns das doch, wie unterschiedlich das kulturelle Leben in einem solchen Wohngebiet sein kann. Wir meinen, es sollten sehr viel verschiedene Facetten des kulturellen und künstlerischen Lebens gezeigt werden.

Chor: Könnten Sie sich auf dieser Basis eine weitere Zusammenarbeit mit dem Chor vorstellen?

Guido Günther: Auf jeden Fall. Der nächste „Kultursommer“ und auch der nächste „Baumwollbaum“ sind schon geplant. Da freuen wir uns natürlich, wenn Ihr Chor wieder mit dabei sein könnte. Ihr Mittun an unserer Sache ist durchaus gewünscht.

Wir danken Ihnen für das Gespräch und hoffen auf eine weitere Zusammenarbeit.

aus VS Aktuell 1/2014, erschienen im  VS Aktuell   VS Aktuell 1/2014   Seniorenchor