Von Frühlingsgefühlen und Winterdreck

aus VS Aktuell 2/2016, erschienen im  VS Aktuell   VS Aktuell 2/2016   Aus den Wohngruppen   Stadtteiltreff Regensburger Straße 

Ist der März nun eigentlich ein Frühlingsmonat? Meteorologisch schon. Da beginnt der Frühling am 1. März. Und kalendarisch halb. Am 20. März ist Frühlingsanfang. 

Aber so aus dem Gefühl heraus? Da war ja der März ganz schön kühl. Andererseits ist ja aber Anfang März der internationale Frauentag. Da denkt man doch gleich an Sonnenschein, frische Tulpen und Narzissen. Also doch Frühling. Man will ja den Frauen an ihrem Tag etwas Besonderes bieten. So hatten auch wir gedacht und hatten uns Gäste eingeladen – prominente Gäste. 

Harald Meyer sollte unseren Frauen in einem musikalischen Programm einen bunten Frühlingsstrauß überreichen. Aber dann das: Er konnte nicht singen. Seine Stimme war weg. Auch das gehört eben zum Frühling, dass er manchmal im Hals kratzt. Im Stich gelassen aber hat uns Harald Meyer nicht. Er hat mit seiner Kollegin gesprochen und sie hat für uns gesungen. Elzbeta Laabs überbrachte uns einen bunten Strauß schöner Melodien, gewürzt mit gehaltvoller Lyrik und viel Humor. Das war kein Ersatz, das war einfach Spitze, und wir verbrachten einen tollen Nachmittag mit Kaffee, Kuchen und schöner Musik. Toll! Die Frauen haben sich gefreut und der Saal war voll.

Nicht ganz so viel Betrieb war dann ein paar Tage später im Stadtteiltreff Regensburger Straße. Da haben wir mit Ilona Seifert vom Frauenzentrum Lila Villa in Chemnitz über „105 Jahre Frauentag in Deutschland“ gesprochen. Schade, dass da nur wenige Frauen gekommen sind. Es ist doch eigentlich interessant zu erfahren, wo die Wurzeln der Frauenbewegung in Deutschland liegen. Dümmer wird man jedenfalls nicht, wenn man sich das einmal anhört und es hat ja auch einige Mühe gemacht, diese Veranstaltung vorzubereiten.

Insgesamt aber war es dann doch noch ein schöner, frühlingshafter März geworden. Zumal am 10. März auch noch Ulli Gey zum Frühlingstanz auflegte. Auch da wieder: Volles Haus. Ob das wohl an der Musik liegt? Na, jedenfalls war es schön.

Und wie war das nun mit dem Dreck? Den hatte der Winter ganz einfach zurückgelassen, als er sich verkrümelte. Nun musste der Schmutz weggeräumt werden. Das haben wir dann im März nicht mehr geschafft. Aber gleich Anfang April ging es ihm an den Kragen. Die Stadtverwaltung hatte aufgerufen, unsere Stadt schön zu machen und den Winterdreck zu beseitigen. Da haben wir natürlich mitgemacht und vor unserer Türe gekehrt. Diesmal in Gestalt einiger Frauen und Männer aus der Wohngruppe 018. Nun ist es auch vor unserem Stadtteiltreff wieder schön und der richtige Frühling kann kommen (aber wie es aussieht, lässt er noch ein bisschen auf sich warten – huhu, ist das noch kalt).