Dank an Zukunftsbauer für gelebte Solidarität

aus VS Aktuell 4/2016, erschienen im  VS Aktuell   VS Aktuell 4/2016   Aus dem Bundesverband 

Festveranstaltung zum 71. Gründungsjubiläum

„Lieber einem konkreten Menschen helfen, als über die Schlechtigkeit der Welt klagen.“ Wer so handle, übernehme Verantwortung für die Gegenwart, aber auch für die Zukunft. Dafür dankte der Vizepräsident der Volkssolidarität, Dr. Frank-Michael Pietzsch, am 22. Oktober in Berlin allen ehrenamtlich Aktiven, hauptamtlichen Mitarbeitern und Unterstützern des Verbandes. Er zeichnete auf der Festveranstaltung anlässlich des 71. Gründungsjubiläums der Volkssolidarität im Berliner Hotel „park inn“ verdienstvolle Mitglieder, Mitarbeiter und Partner für ihr Engagement bei der solidarischen Hilfe für andere aus. Die Ausgezeichneten seien „mit ihrem Handeln Zukunftsbauer der Volkssolidarität gewesen und sind es noch immer.“

Dr. Pietzsch hob hervor, dass der Verband „aus der Kraft und mit der Kraft der Arbeit vieler ehrenamtlicher Mitglieder und hauptamtlicher Mitarbeiter“ lebe. Sie seien wie auch die Unterstützer des Verbandes „Symbol für die Bereitschaft zur Hilfe und das in den allermeisten Fällen schon über Jahre und Jahrzehnte“. An die Ausgezeichneten gewandt, sagte der Verbandsvizepräsident: „Viele von Ihnen werden sagen, dass sie ja nur Selbstverständliches getan haben.“ Aber anderen zu helfen sei nicht so selbstverständlich. Die Volkssolidarität könne „nicht alles Elend auf der Welt oder in unserem Land beseitigen, aber wir können uns für besonders benachteiligte Gruppen in der Bevölkerung einsetzen“, betonte Dr. Pietzsch. Das sei insbesondere im letzten Jahr durch das Engagement für Geflüchtete geschehen. Der Verband habe durch zahlreiche Aktivitäten und Initiativen vor Ort wichtige Hilfe geleistet. „Wir wurden in den zurückliegenden Jahrzehnten nie so direkt an unseren Gründungsauftrag erinnert wie gerade im vergangenen Jahr“, stellte der Verbandsvize fest. Die Volkssolidarität werde auch weiter „mit konkretem Handeln zeigen, dass wir Verantwortung übernehmen und Hilfe bringen“.

Oft werde die Wertschöpfung durch die Arbeit der Ehrenamtlichen „in Heller und Pfennig“ ausgedrückt, so Dr. Christa Unger aus dem brandenburgischen Barenthin. Das finde sie gar nicht so gut, gestand sie auf der Festveranstaltung. „Wertschätzung, wie wir sie heute hier erleben, hat nicht nur für mich einen viel höheren Stellenwert und lässt sich mitnichten mit Geld ausdrücken“, so die mit der Goldenen Solidaritätsnadel des Verbandes Ausgezeichnete. Sie bedankte sich stellvertretend im Namen der Geehrten. Die Auszeichnungen seien aber nicht nur Ehrung und Zeichen des Dankes, sondern auch mit Verpflichtungen verbunden. Wie alle anderen verspreche sie deshalb gern, „weiterhin Solidarität zu leben, im Miteinander und Füreinander, damit wir gemeinsam und nicht einsam das Soziale vor Ort organisieren können“, betonte Dr. Unger, „für die Menschen, die uns brauchen und wollen.“

Zuvor hatte Verbandsvizepräsident Dr. Pietzsch klargestellt: „Soziale Gerechtigkeit hat dafür zu sorgen, dass die Gesellschaft nicht weiter auseinander rückt, sondern zusammen gehalten wird.“ Er warnte auf der Festveranstaltung vor einem weiteren „Auseinanderdriften zwischen Arm und Reich“ in der Bundesrepublik. Zwar könne hierzulande ein „absolutes Armutsrisiko mit Hunger und existenzieller Not“ mit Hilfe der Sozialleistungen vermieden werden, so Pietzsch. Aber die anhaltende soziale Spaltung könne „so gravierende Ausmaße annehmen, dass es zu unerträglichen Spannungen in der Gesellschaft führen wird“, warnte der Vizepräsident der Volkssolidarität. „Sozialer Ausgleich ist nicht mildtätiges Werk, sondern eine Aufgabe zur Erhaltung unseres demokratischen und sozialen Gemeinwesens und des inneren Friedens.“ Das müsse „noch mehr in das Bewusstsein der Verantwortungsträger auf allen Ebenen rücken“, forderte der ehemalige Mediziner und frühere Sozialminister von Thüringen. Die erforderliche soziale Arbeit könne nicht nur durch das Ehrenamt geleistet werden. Sie könne „nicht die Aufgabe und Verantwortung der öffentlichen Hand ersetzen“. Notwendig seien dafür professionelle Rahmenbedingungen, so der Verbandsvizepräsident.

Das Ensemble Esprit aus Berlin gestaltete das musikalische Rahmenprogramm der Festveranstaltung. Diese klang mit einer Bootsfahrt auf der Spree für die Ausgezeichneten aus.