Freiberg, Dom und Orgelspiel

aus VS Aktuell 3/2017, erschienen im  VS Aktuell   VS Aktuell 3/2017   Aus den Wohngruppen 

Am 9. Juni erwartete uns der Bus mit unserer Reiseleiterin Ulrike Schiffler an der Haltestelle Gartenstadt in Kleinolbersdorf und nach kurzer Fahrt begrüßte uns unser Stadtführer. Von ihm erfuhren wir viel Interessantes über unser Ausflugsziel Freiberg.

Die Universitätsstadt liegt als große Kreis- und Bergstadt etwa in der Mitte des Freistaates Sachsen zwischen Dresden und Chemnitz. Sie ist Verwaltungssitz des 2008 gebildeten Landkreises Mittelsachsen. Der gesamte historische Stadtkern steht unter Denkmalschutz. Zahlreiche Gebäude sind ausgewählte Objekte für die vorgesehene Kandidatur zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge. Bis 1969 war die Stadt rund 800 Jahre vom Bergbau und der Hüttenindustrie geprägt. In den letzten Jahrzehnten findet ein Strukturwandel zum Hochtechnologiestandort im Bereich der Halbleiterfertigung und der Solartechnik statt.

Die Stadt, deren Geschichte eng mit dem Bergbau verbunden ist, entstand ab etwa 1162/70. Im hohen Mittelalter war Freiberg die größte Stadt der Mark Meißen und ein wichtiger Handelsstandort. Der Silberreichtum und die bedeutsame Freiberger Münze machten das Kurfürstentum Sachsen zu einem wohlhabenden Staatswesen. 1913 wurde der Silberbergbau aufgrund des Verfalls des Silberpreises eingestellt. Vor dem zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen, gab es 1969 verstärkt Bergbauaktivitäten zur Blei-, Zink- und Zinngewinnung.

1765 wurde die Bergakademie gegründet. Eine der weltweit ältesten bergbautechnischen Hochschulen. Bekannte Bauwerke der Stadt Freiberg sind unter vielen anderen die Stadtkirche St. Petri, die Jacobikirche, die auch mit einer Silbermannorgel ausgestattet ist, das Rathaus am Obermarkt und das Brunnendenkmal mit Markgraf Otto von Meißen. Der bekannte Dom St. Marien, als Freiberger Dom oder Dom zu Freiberg bezeichnet, ist eine spätgotische Hallenkirche, welche 1484 bis 1501 am Untermarkt errichtet wurde. An der Südseite des Domes befindet sich die markante Goldene Pforte. Im Inneren des Doms verdienen die Triumphkreuzgruppe, die freistehende steinerne Tulpenkanzel und die große Silbermannorgel besondere Beachtung. 

Etwas pflastermüde nach ca. 90 Minuten Fußmarsch durch die Freiberger Innenstadt stärkten wir uns im Ratskeller bei einem gemeinsamen Mittagessen. Den Höhepunkt der Ausfahrt bildete ein Erlebnis für Augen und Ohren beim nachmittäglichen Konzert im Freiberger Dom mit Bachwerken auf der Silbermannorgel. Erneute Gaumenfreuden erwarteten uns danach im Café Friedrich in Augustusburg zum Kaffeetrinken.

Zufrieden und glücklich rollten wir gegen 18:00 Uhr mit dem Bus bis fast vor die Haustür. Diese Ausfahrt war ihr Geld wert! Jetzt freuen wir uns schon auf die Weihnachtsausfahrt nach Lauscha.