Die Geister der letzten zehn Weihnachten

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Über 40 Gäste, Mitglieder der Wohngruppe 027 und Bewohner der Wohnanlage Clausstraße, hatten sich am 19. Dezember 2017 im festlich geschmückten Stadtteiltreff Clausstraße eingefunden, um gemeinsam mit Kindern Weihnachten zu feiern, deren Eltern über nicht sonderlich viel Geld verfügen. Es war ein Jubiläum: Zum zehnten Mal konnte mit Unterstützung vieler guter Geister diese Feier begangen werden.

Wie alles begann

Eine Spendensammlung für arme Kinder in Russland inspirierte Anita Müller, damalige Sozialbetreuerin der Wohnanlage in der Mozartstraße, im Jahr 2007 eine Weihnachtsfeier für Kinder aus benachteiligten Familien zu organisieren. „Uns allen ist bewusst, dass es Länder gibt, in denen große Not herrscht. Vor allem die Kleinsten trifft es am schwersten. Doch wir müssen nicht weit fahren, um auf soziale Ungerechtigkeiten zu stoßen. Denn auch bei uns in der Stadt leben zahlreiche Familien am Existenzminimum“. (VS Aktuell 1/2011). Bis 2013 organisierte sie ehrenamtlich gemeinsam mit Wohngruppen, Sponsoren und Helfern diese Feiern. Von 2007 bis 2009 fanden sie im Seniorenpflegeheim an der Mozartstraße statt, von 2010 bis 2012 in der Begegnungsstätte Horststraße und seit 2013 erneut in der Mozartstraße. 

Als Ende 2014 Anita Müller in den wohlverdienten Ruhestand ging, übernahm die damalige Qualitätsmanagementbeauftragte Gabriele Reichel die Vorbereitungen. „2013 war ich zum ersten Mal zur Feier hier im Haus. Als ich hörte, dass Frau Müller aufhört, dachte ich: ‚Das kann nicht sein! Diese schöne Tradition muss weitergehen. Ich beschloss, künftig diese Feiern zu organisieren.“ (VS Aktuell 1/2015) So fand an einem Dezembernachmittag des Jahres 2014 die alljährliche Weihnachtsfeier statt, organisiert von Gabriele Reichel mit Unterstützung von Anita Müller. Im folgenden Jahr stand ihr Petra Linke, die damalige Sozialbetreuerin der Wohnanlage  Mozartstraße, zur Seite. 2016 fand Gabriele Reichel neue Mitstreiter, die sich für das Anliegen begeisterten und es im Sinne der guten Geister ehrenamtlich fortsetzen wollten: Martin Spur, Fachgebietsleiter Mahlzeitenversorgung, und seine Assistentin Susan Eckert. Die Feier wurde mit Unterstützung des Teams um Sylvia Oschätzchen und des Holzzirkels unter Leitung von Helga Schuster im Stadtteiltreff in der Regensburger Straße ausgetragen.

Nach Eintritt von Gabriele Reichel in den Ruhestand übernahmen 2017 Martin Spur und Susan Eckert das Amt und werden es sicher noch die nächsten Weihnachten innehaben.

Die Geister der letzten und der (künftigen) Weihnachten

Die Teams der Begegnungsstätten und Stadtteiltreffs, die beteiligten Wohngruppen, die Sponsoren (wie die Fa. Marschner Fußbodenbau, die Bäckerei Schreier und der Fruchthandel Seidel), die Weihnachtsmänner Mathias Ernst, Dieter Siegert  und Andreas Wolf-Kather, das Team der Kindertagesstätte Sonnenbergstrolche mit Leiterin Kristin Scherf und den beiden Erzieherinnen Manuela Nitsch und Katrin Rudolf, Sandro Pelloth mit dem Vosi-Mobil und viele, viele andere fleißige Wichtelhelfer – sie alle sind mit ihren Herzen dabei und der schönste Lohn für die viele Mühe und Arbeit bei der Vorbereitung und Durchführung dieser Feiern waren und sind die Freude und die Dankbarkeit der Kinder.  Kinder, die sich noch über „selbstverständliche“ Dinge wie eine warme Jacke, ein Kleid oder Handschuhe freuen. Kinder, die hier in Chemnitz leben, mitten unter uns.

Die Weihnachtsfeier 2017

Nach der Begrüßung durch Martin Spur und einigen Worten von ­Andreas Wolf-Kather gab es ein weihnachtliches Kaffeetrinken. Sandro Pelloth chauffierte die Kinder in Begleitung ihrer Erzieherinnen und der Leiterin im Vosi-Mobil. Nach zwei Fahrten waren alle da: Leonie, Ian, Lukas, Jonas, Artur, Jahja, Amin, Ali und Houssein. Zunächst gab es Kakao, Plätzchen, Stollen und erste Gespräche mit den Senioren. Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen führten die Kinder ein kleines Weihnachtsprogramm auf. Dann kam der Weihnachtsmann, der in freundlichen Worten zu den Kindern sprach, jedes zu sich rief und die Geschenke verteilte. Sponsoren, Spenden der Wohngruppe und von Einzelpersonen ermöglichten es in diesem Jahr wieder, die Kinder mit Kleidung und altersgerechten Büchern zu beschenken. Mit Spannung wurde ausgepackt und anprobiert, anschließend am Tisch die Bücher bestaunt und gemeinsam mit den Senioren angesehen. Mit leuchtenden Augen, Lachen und froher Dankbarkeit klang der Nachmittag für alle aus …