Der Sachse im Schafspelz

aus VS Aktuell 4/2019, erschienen im  VS Aktuell 4/2019   Aus den Wohngruppen  WG031

Der unterhaltsame Nachmittag der Wohngruppe 031 mit Frank Fröhlich und Dr. Peter Ufer am 4. Oktober 2019 im Gasthof Kleinolbersdorf stand unter dem Motto „Der Sachse im Schafspelz“. Monika Meyer begrüßte die Gäste und die Mitglieder. Sie stimmte die Runde mit den sächsischen Worten Bemme, Gutster, putsch und Äscha ein. Ob ich diese und folgenden sächsischen Worte richtig geschrieben habe, weiß ich nicht.#

Frank Fröhlich hat uns nun schon dreimal hier im Gasthof mit seinem Gitarrenspiel erfreut. „Die Gitarre kann alles“, steht auf seiner Internetseite. Er schreibt dort: „Bis heute suche ich immer wieder nach neuen ‚Rezepten‘: Ich mische verschiedene Stile, kombiniere Musik und Literatur oder auch Musik und Stummfilm, und serviere das Ganze als Einheit von Entertainment und konzentriertem Versunkensein in die Musik.“ So hat er in den Pausen zu den Witzen von ­Peter Ufer uns musikalisch über ihren Sinn und die Hintergedanken unterhalten. Er spielte und bespielte nicht nur die Saiten seiner Gitarre.

Peter Ufer stellte sich als Bürger der Residenzstadt Dresden vor und lobte die Gegend um unser Dorf. Er widmet sich aus überraschenden Perspektiven der Kultur und Geschichte Sachsens sowie der Sprache und dem Humor der Sächsinnen und Sachsen. Der Autor und Journalist begeisterte uns mit seinen hintergründigen und unterhaltsamen Witzen zum Sachsen an sich. So fragte er die Gäste: „Wer sagt Gutster?“ So einige kennen und gebrauchen dieses Wort.

Die Gäste wurden auf diese Art und Weise mit in die Gestaltung des Nachmittags einbezogen. So wurde geübt, wie die Vokale in sächsisch, „breed, weech und lässch über die Lippen laufen, bis alles raus ist.“ Ach, die Sachsen haben das Deutsch erfunden. Aus Teutschland wurde durch die weiche Aussprache der Sachsen Deutschland, sagt Peter Ufer. Der Sachse steht für seinen trockenen Humor auch in zwischenmenschlichen Beziehungen.

Nach der Art: „Das Leben wird nach dem Tod schöner“. „Es kommt darauf an, wer gestorben ist“. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Das haben alle in der Runde verstanden, denn „Witz ist Öffnung und Tabus überschreiten“, meinte Peter Ufer. Er brachte ein Büchlein mit, „Der komische Gogelmosch – Die Witze der Sachsen“. Viele Gäste haben es nach der Veranstaltung käuflich erworben, denn Lachen ist gesund und einigen fielen dann noch mehr Witze ein.

So war es ein unterhaltsamer, heiterer und musikalisch großartiger Nachmittag.