Editorial

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde der Volkssolidarität,

am 17. Oktober 1945 erschien in Sachsen der Aufruf „Volkssolidarität gegen Wintersnot“. Viele Menschen folgten diesem und fanden sich zusammen, um gemeinsam Not und Elend der Nachkriegszeit zu lindern. Im zerstörten Chemnitz organisierten sie Suppenküchen, richteten Notunterkünfte und Wärmestuben ein, betreuten Heimkehrer sowie Flüchtlinge und sammelten Spenden, um das Überleben von alten und kranken Menschen zu sichern. Kinder lagen der Volkssolidarität ebenso am Herzen. Viele von ihnen konnten das erste Weihnachten in Frieden feiern und so wurde in Zusammenarbeit mit Betrieben und Einrichtungen an die Vorbereitung von Weihnachtsfeiern gegangen. Das Wirken der Volkssolidarität gegen die Nöte der Zeit machte den Menschen vielerorts wieder Mut zum Leben und löste in der Bevölkerung eine Aufbruchsstimmung aus. 

Damals wie heute hat die ehrenamtliche Arbeit bei der Volkssolidarität eine große Bedeutung. Unsere Mitglieder stehen füreinander ein, helfen sich gegenseitig und sind einfach für andere Menschen da. Und gewöhnlich verbringen sie auch viel Zeit gemeinsam, verreisen miteinander, organisieren vielfältige Veranstaltungen und feiern die verschiedensten Anlässe. Sie leben das Motto der Volkssolidarität: „Miteinander – Füreinander – Solidarität leben!“

Gemeinsam mit unseren Mitgliedern wollten wir nicht nur den 75. Geburtstag der Volkssolidarität feiern, sondern auch den 30. Jahrestag der Neugründung unseres Verbandes als gemeinnütziger Verein. Ebenso wäre das 20-jährige Bestehen unseres Tochterunternehmens EURO Plus Senioren-Betreuung GmbH zu feiern gewesen, hat es sich doch zu einem stabilen Betreiber von Pflegeheimen entwickelt, die für viele pflegebedürftige Senioren ein Zuhause in Geborgenheit sind. 

Aufgrund der Corona-Pandemie mussten wir die geplanten Veranstaltungen leider verschieben. Traurig stimmt uns zudem, dass das vielfältige und bunte Mitgliederleben stark eingeschränkt ist.

Und als ob das Virus nicht schon eine überaus große Belastung für unseren Verein und seine Tochterunternehmen ist, kamen noch andere Herausforderungen dazu. Dazu gehört bspw., dass wir bereits dreimal – zweimal in Chemnitz und einmal in Plauen – in diesem Jahr von Evakuierungen aufgrund vermutlicher Bombenfunde betroffen waren. Wir sind beeindruckt, wie unsere Mitarbeiter bei besonderen Herausforderungen wie diesen über ihre Einrichtungen hinaus zusammenstehen und sich für die von uns und von anderen Trägern betreuten Menschen einsetzen. Dafür gilt ihnen unser Respekt und unser herzlicher Dank!

Vor uns steht eine schwierige Weihnachtszeit. Das Fest der Familie und der Gemeinschaft können wir nicht so wie uns vertraut begehen. Viele der gewohnten weihnachtlichen Veranstaltungen werden nicht stattfinden können. Unsere Mitarbeiter und Ehrenamtlichen werden dennoch versuchen, den Kindern unserer Kindertagesstätten, den Besuchern unserer Begegnungsstätten und Stadtteiltreffs sowie den Bewohnern unserer Seniorenpflegeheime entsprechend den geltenden Corona-Vorgaben eine angenehme Weihnachtszeit zu ermöglichen. Das gilt ebenso für den Wechsel in das neue Jahr, welches hoffentlich bald immer weniger Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben wird.

Sobald es geht, möchten wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern und unseren Mitgliedern unsere Jubiläen feiern. Unsicher ist jedoch, wann das sein wird. 75 + 1 oder gleich 77, wer kann das jetzt schon sagen? Wenn eine verlässliche Planung möglich ist, werden wir diese in Angriff nehmen. Und dann freuen wir uns auf Normalität in unseren Einrichtungen ebenso wie auf das bunte und vielfältige Mitgliederleben, wie wir es gewohnt sind.

Wir wünschen Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest sowie ein gesundes, glückliches und friedliches neues Jahr

Andreas Lasseck
Vorsitzender

Ulrike Ullrich
Geschäftsführerin

Melanie Tuchscherer
Geschäftsführerin der EURO Plus Senioren-Betreuung GmbH/ESB

aus VS Aktuell 4/2020, erschienen im  VS Aktuell 4/2020   Grußwort