Renate Schulze

* 1940 - † 2020

Als gelernte Textilverkäuferin arbeitete Renate Schulze im Konsum und übte dort verschiedene Verwaltungs- und Leitungsfunktionen aus, stets mit engem Bezug zur Praxis. Dabei hat sie u. a. 27 Weihnachtsmärkte in der Stadt mit organisiert. 43 Jahre Berufserfahrung im Handel und der verantwortungsvolle und zielstrebige Umgang mit Geld wurden zum „Glückstreffer“ für die Wohngruppe 072 der Volkssolidarität Chemnitz, die sie 2006 zur Hauptkassiererin wählte. Mitglied in der Volkssolidarität wurde sie bereits 1993. 2002 übernahm sie die Arbeit als Volkshelfer von ihrem Ehemann, der dies gesundheitsbedingt nicht mehr bewältigen konnte. 

Nicht nur für die Wohngruppe 072 sollte Renate Schulze ein „Glückstreffer“ sein, sondern für den gesamten Verein. So übernahm sie Patenschaften für andere Wohngruppen und begleitete einige von diesen beim Anschluss an Nachbargruppen. Vielen Mitgliedern ist sie als ehrenamtliche Helferin in der Mitgliederbetreuung bekannt gewesen. Dort ging sie oft an das Telefon und unterstützte dabei u. a. auch den Peperoni-Club, indem sie über anstehende Wanderungen informierte. 

„Ich bringe mich in jedes Vorhaben ein, wo ich mithelfen kann, dass es gelingt“, teilte sie in einem Beitrag über ihr Ehrenamt in der VS Aktuell 1/2011 mit. So wirkte sie gerne bei einem gemeinsamen Projekt mit dem Alternativen Jugendzentrum Chemnitz mit. Junge Menschen haben dabei Mitglieder der Volkssolidarität Chemnitz fotografisch porträtiert.

 

„Die Volkshelfer sind die freundlichen Mittler ­zwischen den einzelnen Mitgliedern und dem Verein.“

Renate Schulze

 

Kontakt „Jung zu Alt – Alt zu Jung“ –  ist das möglich?

Sommer 2007 – Gespräch zwischen Andreas Wolf, Mitarbeiter der Volkssolidarität, und mir, Renate Schulze, Vosi-Mitglied der Wohngruppe 072:  „Wie wäre es, hast du Lust bei ‚Annäherungen‘ mitzumachen?“ – „Ja, was ist das denn?“ – „Die Vosi und das AJZ suchen Menschen, natürlich ältere, die ein Projekt mitgestalten würden.“

Erster Gedanke: Das bedeutet doch junge Menschen, etwas ausgeflippt, etwas anders, schräg und bunt, meist mit Hund. Und doch: Warum nicht?

Der erste Treff brachte aber ein völlig anderes Bild, als in meinem Kopf „vorprogrammiert“ war. Junge, ehrgeizige Menschen, mit Beruf, in Lehre und Ausbildung, im Studium, welche viel Zeit im AJZ auf der Chemnitztalstraße verbringen. Hier folgen sie ihren Interessen, Kreativitäten und Hobbys, auch denen der „Film- und Fotokunst“. Vorgenommenes Ziel: die Entwicklung einer Bilder- und Foto-Reihe, welche gelebtes Leben zeigt, ebenso jugendlichen Mut der Kontaktaufnahme, der Gesprächsführung zum Umsetzen auf Bildmaterial. 

Achtens- und erlebenswert war für mich, wie das Projekt von den Streetworkern gelenkt wurde. Wenn man glaubte, es hängte: Pustekuchen – es ging immer in Richtung der Vollendung des Projektes „Annäherungen“.

aus der Broschüre zum Fotoprojekt „Annäherungen“

aus VS Aktuell 4/2020, erschienen im  VS Aktuell 4/2020   Zeitsplitter