Fast ein Jahr „Corona“ – Wie wir damit umgegangen sind

Anfang 2020 hatte sich unsere Wohngruppe 072 (Heckert-Gebiet) zusammen mit den Nachbarn 073 und 045 einen schönen Plan gemacht: Frühlingsfest, Frauentag, gemeinsames Singen, Geburtstag des Monats, Grillfete, Ausfahrten, Weihnachtsfeiern – alles stand drin.

Aber leider entwickelte sich dieser Plan „dank“ Corona immer mehr zur Makulatur. Die Jahresversammlung im Januar bekamen wir noch über die Bühne, auch der „Geburtstag des Monats“ für das erste Quartal ging gerade noch. Eine Beratung mit den Volkshelfern wurde dann schon absolut ungemütlich: 1,5 m Abstand hieß, an jedem Tisch saß eine Person, Gespräche wurden zum „Geschrei“.

Zu Ostern organisierten wir zusammen mit dem Bürgertreff „bei Heckerts“ sogar ein Festessen. Gemeinsam kochten wir am Ostersonntag Lammbraten mit Klößen – zum Abholen an der Tür bzw. in Einzelfällen auch an die Wohnungstür gebracht. Immerhin haben wir um die 20 Portionen verteilt. 
Danach allerdings wurde es sehr ruhig. Immer wieder stimmten wir uns zwischen der Wohngruppenleitung und dem Bürgertreff ab, meistens telefonisch – was geht denn noch, wie viele Leute können sich versammeln? 

Und dann gab es doch noch einen Höhepunkt. Am 19. September luden die Vereine und Einrichtungen des Heckert-Gebietes zum „Tag der Offenen Tür“. Es gab ein schönes Programm im Freien und wie immer war das „Café Volkssolidarität“ mit Selbstgebackenem dabei.

Unbedingt wollten wir wenigstens eine Ausfahrt im Sommer machen. Wir suchten uns selbst eine Route zu den Burgen im Muldental, mieteten einen Bus und sind tatsächlich am 22. September gefahren. Zwar mit Mundschutz im Bus, Aufenthalten nur im Freien und sogar Kaffeetrinken in der Wetzelmühle in Niederfrohna (Dank den dortigen Ehrenamtlern).

Danach ging das Ausfallen und Verschieben weiter: Herbstlaub, Weinfest, Geburtstag des Monats – alles fiel der Reihe nach aus. 

Der 75. Jahrestag der Volkssolidarität – wie könnten wir den vergessen? Wir durchforsteten unser Fotoarchiv, stellten zwölf Fotos aus dem Leben unserer Wohngruppe zusammen und gestalteten damit einen Kalender für 2021, den im Oktober alle Mitglieder als Geschenk bekamen. So konnten sich alle an schöne Veranstaltungen erinnern.

Und Weihnachten? Eine Lichterfahrt durchs Erzgebirge, zwar ohne Aussteigen und mit Mundschutz – so viele hätten trotzdem gerne mitgemacht. Die Weihnachtsfeiern Anfang Dezember? Wir werden mal sehen … wir warteten noch mit der Entscheidung … aber nichts ging. So hat sich unsere Wohngruppenleitung schließlich ans Einkaufen gemacht, Geld war ja genug vorhanden, für jedes Mitglied ein Päckchen gepackt und ab Mitte Dezember an alle verteilt. Immer übermittelten wir auch die Telefonnummern unserer Leitungsmitglieder mit der Aufforderung, sich zu melden, wenn Hilfe nötig ist. Zurück kamen viele Anrufe, in denen die Mitglieder die Freude über das liebevoll gepackte Weihnachtspräsent ausdrückten und darüber, dass die Volkssolidarität sie nicht vergessen hat.

Nun haben wir dieses Corona-Jahr geschafft. Zum Glück sind unsere Leitungsmitglieder und Volkshelfer gesund geblieben. Leider mussten wir das Ableben unserer Hauptkassiererin verkraften (jedoch nicht wegen Corona). 

Fazit: Es wurden viele neue Ideen geboren, leider fehlte uns allen jedoch die Gemeinsamkeit der Zusammenkünfte. Also hoffen wir, dass es 2021 wieder anders wird – Pläne machen wir aber schon für alle möglichen Varianten. So hatten wir für unser nächstes Frauenforum die neue Präsidentin der Volkssolidarität Susanna Karawanskij als Gast angefragt. Ob und wann wir diese Veranstaltung durchführen können, ist derzeit leider ungewiss.

aus VS Aktuell 1/2021, erschienen im  VS Aktuell 1/2021   Aus dem Mitgliederleben