Sodbrennen

Wenn der Sonntagsbraten Magenschmerzen verursacht

Wer kennt nicht die Beschwerden nach einem schweren Essen oder einem Gläschen zu viel? Es drückt im Magen, brennt in der Brustbeingegend und mitunter verspürt man einen schlechten Geschmack im Mund. Magensäure steigt die Speiseröhre empor und Sodbrennen verdirbt die Freude an den kulinarischen Genüssen. Magensäure ist eine sehr starke Säure. Sie hat die Aufgabe, die Speisen zu verdauen und Krankheitskeime aus der Nahrung unschädlich zu machen.

Die Magenschleimhaut ist so beschaffen, dass ihr die Säure wenig anhaben kann, und ein kompliziertes Geflecht aus Muskeln verhindert normalerweise, dass Magensäure in die Magenröhre aufsteigt.

Stress, enge Kleidung, Übergewicht und manche Erkrankungen können jedoch Magensäure zurückfließen lassen – saures Aufstoßen und ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein sind die Folge, vor allem nach fettigen und schweren Speisen. Auch in der Schwangerschaft lockern die Hormone häufig das Gewebe auf.

Wir stellen die wirksamsten Hausmittel gegen Sodbrennen vor – bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie in jedem Fall Ihren Arzt aufsuchen, denn das Sodbrennen kann ein Hinweis auf eine ernst zu nehmende Erkrankung sein.

  • Essen Sie nicht zu spät, damit der Magen vor dem Hinlegen schon die Mahlzeit verdaut hat. Zu den Hausmitteln gehört auch, langsam zu essen und sorgfältig zu kauen.
  • Trinken Sie bei Sodbrennen warmen Kamillentee, Kümmeltee oder Fencheltee. Pfefferminztee hingegen sollten Sie meiden. Milch hilft bei den Beschwerden in der Speiseröhre nur kurzfristig. Im Magen regt das Milchfett die Produktion weiterer Säuren an.
  • Ein Verdauungsspaziergang hilft. Durch die Bewegung wird die Arbeit des Magens auf mechanische Weise unterstützt. Ruhe bei einem Mittagsschlaf kann die Beschwerden hingegen sogar noch verschlimmern.
  • Machen Sie Ihrem Magen Platz: Enge Gürtel und Hosenbünde verstärken das Sodbrennen häufig, weil der Magen regelrecht eingequetscht wird. Wenn Sie unter Sodbrennen leiden, scheuen Sie sich nicht, bequeme Kleidung anzulegen.
  • Verzichten Sie auf Nikotin und Alkohol – beides ist häufig für Sodbrennen verantwortlich. Nikotin schädigt die Speiseröhre. Der beliebte Verdauungsschnaps verstärkt die Symptome häufig noch, da auch Alkohol die Speiseröhre angreift. Gleiches gilt für Kaffee, denn Kaffee reizt den Magen zusätzlich.
  • Lagern Sie sich hoch – Sodbrennen tritt häufig nachts auf, weil das flache Liegen den Rückfluss begünstigt. Ein Extrakissen lindert die Beschwerden.

Was hilft gegen Sodbrennen, wenn Hausmittel versagen, oder die Beschwerden gehäuft auftreten? Folgende Medikamente erhalten Sie in der Apotheke, sie sind zum Teil frei verkäuflich, zum Teil rezeptpflichtig.

Protonenpumpenhemmer sind die wichtigsten Mittel gegen Sodbrennen. Sie blockieren die Bildung eines Enzyms, das für das Einströmen der Magensäure in das Mageninnere verantwortlich ist. In geringer Dosierung und begrenzter Anzahl sind die Magenschutzmittel frei verkäuflich. Höher dosierte Präparate sind dagegen rezeptpflichtig. 

Antazida neutralisieren die Magensäure. Sie sind rezeptfrei und gut für den vorübergehenden Einsatz und teilweise auch für Schwangere geeignet. Da Antazida die Säure direkt im Magen binden, nimmt man die Medikamente dann ein, wenn Beschwerden auftreten, d. h. meistens zwei Stunden nach dem Essen und zur Nacht. Nehmen Sie Antazida grundsätzlich mit ca. zwei Stunden Abstand zu anderen Arzneimitteln ein, weil sie deren Wirksamkeit verringern können.

H2-Antihistaminika hemmen die Wirkung des Botenstoffes Histamin. Durch Histamin wird die Freisetzung von Magensäure verursacht, durch die Blockade sinkt die Menge an Magensäure. 

Reicht die Behandlung mit Hausmitteln, eine Änderung des Lebensstils oder die Einnahme von Medikamenten nicht aus, sollte der Arzt aufgesucht und die Ursache abgeklärt werden.

aus VS Aktuell 3/2001, erschienen im  VS Aktuell 3/2021   Tipps vom Apotheker