Ein Jahr Therapieclown im „Rosengarten“

aus VS Aktuell 1/2015, erschienen im  VS Aktuell   VS Aktuell 1/2015   Gut gepflegt   Seniorenresidenz »Rosengarten« 

Seit einem Jahr besucht Therapieclown Tomtom zweimal im Monat die Bewohner der Seniorenresidenz „Rosengarten“ in Radebeul. Er geht auf die Wohnbereiche und wird hier teilweise schon lange erwartet. Die Resonanz sowohl von Bewohnern als auch von Angehörigen ist so gut, dass wir Tomtom nicht mehr missen möchten. Zarte geknüpfte Bande haben sich zu wertvollen Ankern für einige Bewohner entwickelt. Tomtom eröffnet sich seelische Rückzugsorte, die Pflege und Sozialdienst verwehrt bleiben und geht in einen Dialog mit dem Bewohner, der nicht immer verbaler Natur sein muss. Soweit die Sicht des Therapeuten auf die Dinge, aber ich möchte Ihnen selbstverständlich nicht Tomtoms Meinung vorenthalten:
Franziska Meyer: „Tomtom ein Jahr Rosengarten, wie geht es dir, wenn du uns besuchen kommst?“
Tomtom: „Ich bin sehr gerne hier, überwiegend erhalte ich einen sehr warmherzigen Empfang und werde sogar erwartet.“
Franziska Meyer: „Gibt es ein Erlebnis, woran du besonders gerne zurück denkst?“
Tomtom: „Und ob! Das war auf dem Wohnbereich Dresden, da wurde von jetzt auf gleich ein Orchester aus dem Boden gestampft. Ein Name war rasch gefunden ‚Orchester Schiefes Holz‘. Zu zweit haben wir begonnen, mit Stimme, Stock und Kazobo – sowas wie eine Tröte – Weihnachtslieder zu spielen und nach kurzer Zeit kamen immer mehr Bewohner hinzu, um zu singen oder zu klatschen. Der eine Herr spielte zum Abschluss sogar Luftgitarre mit seinem Stock!“
Franziska Meyer: „Das klingt nach einer vielversprechenden Karriere! Spielst du denn auch noch andere Instrumente?“
Tomtom: „Klar, am Besten die Spieluhr, da treffe ich immer den richtigen Ton“ (schmunzelt). „Und weil ich darin so gut bin, sammle ich Spieluhren auch. Es ist immer gut, eine große Zahl an richtigen Tönen zu haben!“
Franziska Meyer: „Zum Beispiel?“
Tomtom: „Von Klassik bis zu Schlagern, Musik ist eine ganz tolle Möglichkeit Menschen zu begeistern! Darf ich die verehrten Leser der Zeitung etwas bitten?“
Franziska Meyer: „Gerne!“
Tomtom: „Manchmal fristen solche Spieluhren ungeachtet in Schränken ihrem Dasein, ich würde diese gerne wieder dem rauen Arbeitsleben zuführen …“ (lacht und blinzelt verschwörerisch).
Franziska Meyer: „Ich danke dir für das Gespräch und möchte an dieser Stelle unbedingt noch erwähnen, dass wir dich ab März nun dreimal im Monat begrüßen können!“
Tomtom: „Das wird toll, da kann ich im Monat alle drei Wohnbereiche besuchen!“