Modellprojekt zur Integration von Kindern mit Migrationshintergrund gestartet

aus VS Aktuell 3/2016, erschienen im  VS Aktuell   VS Aktuell 3/2016   Aus dem Stadtverband   Betreuung von Kindern   Kindertagesstätten   Kindertagesstätte Sonnenbergstrolche 

Schneider und Manuela Tuchscherer für das Projekt „Integration von Kindern mit Migrationshintergrund“ in der Kindertagesstätte „Sonnenbergstrolche“. Gefördert wird es über die Richtlinie „Integrative Maßnahmen“ vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz/Geschäftsbereich Gleichstellung und Integration. In dessen Rahmen sollen Familien mit Migrationshintergrund dahingehend unterstützt werden, dass eine Regeleinschulung ihrer Kinder erfolgen kann. Die Kinder sollen am gesamten Alltag der Kindertagesstätte teilnehmen können und integriert werden, damit eine solide Basis für ihren weiteren Lebensweg geschaffen werden kann. Zudem erhalten die Familien Unterstützung in Behördenfragen und bei notwendigen Antragstellungen. 

Im langfristigen Prozess der Integration werden in erster Linie die Kinder gezielt an die deutsche Sprache herangeführt. Um die Integration der Kinder in die Kindertagesstätte zu erleichtern und das Erlernen der deutschen Sprache zu fördern, werden spezielle Lernmaterialien zur Sprachförderung der Kinder bereitgestellt. Dabei wurde Vorhandenes geprüft, erfasst und neue Materialien angeschafft. 

Die beiden Projektmitarbeiterinnen begannen zunächst damit, die Kinder mit Migrationshintergrund zu erfassen. Zur Feststellung des Förderbedarfs der Kinder führten sie Hospitationen durch und erstellten danach individuelle Förderpläne.

Anfang Mai wurde das Projekt den Erziehern der Kindertagesstätte „Sonnenbergstrolche“ vorgestellt und eine Informationsbroschüre zum Umgang mit den Besonderheiten bei der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund und deren Eltern ausgehändigt. 

Obwohl das Projekt an der Kindertagesstätte „Sonnenbergstrolche“ angegliedert ist, können andere Kindertageseinrichtungen des Volkssolidarität Chemnitz auf die Informationen und Hinweise zurückgreifen. So erfolgte auch im 1. Montessori-Kinderhaus eine Vorstellung. Den Mitarbeitern sollten dabei eventuelle Bedenken hinsichtlich der neu angemeldeten Kinder mit Migrationshintergrund genommen werden. Eine Vielzahl von Fragen konnten im Gespräch beantwortet werden.

Mehrfach wurden zu wichtigen Elterngesprächen in der Kindertagesstätte „Sonnenbergstrolche“ Dolmetscher hinzugezogen. Die Elterninformationen wurden übersetzt, sodass u. a. das Projekt „Das bin ich“ mit allen Kindern der entsprechenden Gruppen starten konnte.

Die Projektmitarbeiterinnen erstellten den Entwurf einer Elterninformationsbroschüre, die alles rund um die Betreuung von Kindern in Kindertageseinrichtungen enthält. Darin ist eine Kurzvorstellung der Einrichtung, eine Übersicht des Bildungssystems in Deutschland, Auszüge aus dem Sächsischen Bildungsplan sowie Informationen rund um den Kita-Alltag und die Vorstellung des angegliederten Hortes enthalten. 

Eltern- sowie Erstaufnahmegespräche, bei denen ein Dolmetscher vor Ort ist, dienten dem Ausbau der Elternkorrespondenz. Die Eltern nahmen sehr dankbar die Informationen in ihrer Landessprache auf.

Im Juni nahm die Planung zur interkulturellen Schulung des Personals der Kindertageseinrichtungen der Volkssolidarität Chemnitz mit Schwerpunkt auf die arabische Kultur weiter Form an. Parallel lief zudem das Projekt Sprach-Kita an, bei dem sich Logopäde Peter Blechschmidt um die Sprachförderung der Kinder kümmert (siehe S. 7). Während der Schließzeit der Kindertagesstätte „Sonnenbergstrolche“ in den Sommerferien fand eine Ersatzbetreuung statt. Auf Grund der geringen Anzahl an Kindern konnte in dieser  Zeit eine individuelle Sprachförderung durchgeführt werden. Dabei wurde projektübergreifend mit dem Logopäden das Sprachverständnis und die Sprachfähigkeit der Kinder überprüft und daran angeknüpft.

Mit Schuljahreswechsel werden mehrere Kinder in einer Kindertagesstätte „Sonnenbergstrolche“ neu aufgenommen und begrüßt. In den folgenden Wochen soll ein neues und mehrsprachiges Willkommensschild im jeweiligen Eingangsbereich der beiden Häuser angebracht werden. Die Gestaltung orientiert sich dabei an das bisher im Eingangsbereich hängende Bild mit einem Leitsatz, der den Eltern zeigt, dass allen Kindern die Möglichkeit der freien Entfaltung, des Spielens und Sich-Erprobens gegeben wird.