Letzte Zeilen

aus VS Aktuell 2/2018, erschienen im  VS Aktuell   VS Aktuell 2/2018   Leserbriefkasten 

Liebe Brigitte, 

du kannst diese Zeilen leider nicht mehr lesen, weil du an einem der letzten Dezembertage 2018 für immer eingeschlafen bist. Doch ich schreibe sie trotzdem, denn viele Freunde konnten sich nicht von dir verabschieden.

Seit 1963 bist du Mitglied der Volkssolidarität. Und 1967 hast du die Leitung der Wohngruppe im Chemnitzer Schlossviertel übernommen. Über 40 Jahre hast du dich für deine Mitglieder sowie für unseren Stadtverband ehrenamtlich engagiert. Einige Ehrungen, bis hin zur Auszeichnung mit der Goldenen Ehrennadel, zeugen von deinem unermüdlichen Einsatz. Besonders zu unserem Reisebüro hastest du einen „heißen Draht“ und unzählige schöne Ausfahrten organisiert. 

Viele guten Ideen brachtest du für die Volkssolidarität ein. Probleme waren für dich gleichzeitig eine Herausforderung. Und wenn wir beide über den sinnvollsten Umgang damit miteinander sprachen, hast du das Gespräch immer mit: „Andreas, wir machen das!“, beendet. Dieser Ausspruch, in deiner sicheren Tonlage, bleibt für immer in meinem Ohr. Und für immer bleibt auch das Vorbild, dass ehrenamtliches Engagement Freude bereitet. 

Du hast uns vor vielen Jahren dabei unterstützt, eine kleine Helfergruppe für die Stadthallenbesucher zu etablieren. Die Erfahrungen aus deiner Tätigkeit in der Stadthalle haben uns sehr geholfen. Gehbeeinträchtigte Besucher unserer Veranstaltung „Buntes Herbstlaub“ können über ehrenamtliche Helfer besser zu ihren Plätzen finden oder andere Hilfestellungen erhalten. Zudem hast du uns den Kontakt zu Tatjana Klär, der Veranstaltungsinspizientin der Chemnitzer Stadthalle, geschaffen. Bis heute profitieren wir davon, denn diese Frau versteht ihr Handwerk, wie es wohl heutzutage deutschlandweit nur noch wenige Fachleute in diesem kreativen Bereich geben dürfte. 

Liebe Brigitte, die Mitglieder deiner Wohngruppe lagen dir sehr am Herzen und sie vermissen dich nun sehr. Was du geleistet hast, ist nicht auszugleichen. Erfreulich ist, dass sich einige deiner Helfer darüber einig sind, dass die Gruppe nicht auseinanderfallen soll. Es wird nicht leicht, aber sie packen das an. Liebe Brigitte, „wir machen das“! Dies soll unser Versprechen an dich sein und auch, dass du für immer in unserer Mitte bleibst! 

Dein Andreas Wolf-Kather