Wie unterstütze ich meinen Körper innerlich mit Mikroorganismen

aus VS Aktuell 1/2019, erschienen im  VS Aktuell   VS Aktuell 1/2019   Alternative Lebensgestaltung 

Unser Körper benötigt eine Vielzahl von Mikroorganismen, ohne denen wir nicht leben könnten. Sie schließen die Nahrung so weit auf, dass sie von den Körperzellen genutzt werden können und sind daher unsere wahren Ernährer, die wir jedoch auch richtig ernähren müssen. Wir sind voneinander abhängig. Die Mikroorganismen in unserem Körper schützen uns vor unerwünschten Eindringlingen, sind also Bestandteil unseres Immunsystems. Dabei sind sie äußerst flexibel und verzeihen uns manchen „Fehler“, den wir durch unser Essverhalten, der zugeführten Nahrungs- und Genussmittel und deren Zubereitung, Arzneimittel und von außen (wie auch immer) zugeführten Giftstoffen machen. Irgendwann ist jedoch auch für sie die Grenze erreicht, dies alles auszuregeln. Dann werden wir krank, weil das Immunsystem nicht mehr richtig arbeiten kann. Oft kann dann die Zuführung von Mikroorganismen von außen über die Nahrung oder andere Möglichkeiten wieder Ordnung in das System bringen – oder man handelt vorbeugend.

Es macht Sinn, Produkte mit Mikroorganismen in den täglichen Ernährungsplan aufnehmen oder sie kurmäßig zu sich zu nehmen. Mikroorganismen brauchen Futter in Form von Ballaststoffen, die Bestandteil der Ernährung sein müssen. Selbst bei der Aufbereitung der Nahrung gibt es viele Möglichkeiten, die Mikroorganismen zu nutzen. Jahrtausende alte Erfahrungen liegen der Menschheit vor, aber vieles wurde vergessen. Wir wollen ein wenig danach graben:

Wenn es um Haltbarmachung von Nahrungsmitteln geht, steht an bedeutender Stelle die Fermentierung. In den asiatischen Ländern gehört sie noch immer zu den wichtigsten Methoden und viele dortige Lebensmittel sind  ohne sie undenkbar.  Fermentiert wird dort  so ziemlich alles: Pflanzen, Samen, Fisch, Fleisch, Eier. 

Wir in Deutschland kennen vor allem das Sauerkraut, aber auch Käse, Sauermilch, Quark, Kefir, Joghurt, Bier und Wein, Schwarzer Tee und Brombeertee, Sauerteige, Vanilleschoten und  Kakaoherstellung und vieles mehr  durchlaufen Fermentationsprozesse. Wie gut die Produkte sind, hängt von der Qualität der Ausgangsstoffe ab. Aus minderwertigen Ausgangsstoffen vermögen auch die effektivsten Mikroorganismen keine hochwertigen Endprodukte zu schaffen. Daher kommt dem biologischen Pflanzenanbau und einer artgerechten Tierzucht eine besondere Bedeutung zu.

Oftmals nutzen wir bereits vorverarbeitete Produkte, die meist keine lebenden Mikroorganismen mehr enthalten, da sie für eine längere Haltbarkeit mit Wärme behandelt wurden. Nur wirklich nichtwärmebehandelte Produkte wie frisches Sauerkraut bringen einen sehr hohen Nutzen für unseren Körper. Wärmebehandelte Produkte enthalten noch die wertvollen Informationen der verwendeten Mikroorganismen und einige von ihnen produzierte Vitamine, Enzyme, Antioxidantien, aber ihnen fehlt die volle Wirksamkeit von lebenden Mikroorganismen, wie sie bspw. in den Nahrungsergänzungsmitteln mit lebenden Mikroorganismen, aber auch in selbst zubereiteten Produkten aus unbehandelter Bio-Milch, Obst, Gemüse und Kräutern zu finden sind. Lebende Mikroorganismen zur innerlichen Anwendung gibt es in Form von Flüssig-Nahrungsergänzungsmitteln einiger Hersteller.  

Natürlich muss beachtet werden, ob ein Mensch Fermentiertes überhaupt verträgt. Es gibt leider angeborene oder erworbene Erkrankungen, bei denen dem Körper Enzyme und Mechanismen fehlen, die die von den Mikroorganismen im Fermentationsprozess erzeugten Stoffe aufnehmen können und verstoffwechselbar machen. Diese Menschen müssen auf Fermentiertes verzichten. Bei bestehenden Nahrungsmittelintoleranzen oder Allergien muss man sich ebenfalls durch Probieren herantasten. So kann es durchaus sein, dass eine bestimmte Frucht fermentiert für den Körper nützlich ist, aber im Rohzustand unverträglich ist.

In der Palette der Produkte mit Effektiven Mikroorganismen gibt es Nahrungsergänzungsmittel, die keine lebenden Mikroorganismen enthalten, sondern nur deren Informationen, ähnlich, wie wir das von Homöopathie kennen. Diese Produkte zeichnen sich durch ein sehr starkes antioxidatives und energetisches Potenzial aus, was es ermöglicht, bei schweren Erkrankungen wie bspw. Krebs und Schmerzen lindernd zu wirken und Zeit zu gewinnen, um Selbstheilungskräfte des Körpers zum Wirken zu bringen. Sie wirken auch bei Erkrankungen, die durch Viren ausgelöst werden, wie bspw. eine Virusgrippe. Diese Mittel können gleichzeitig mit schulmedizinischen Behandlungen eingenommen werden.

 

Rezept zur Fermentation von Obst 

Anzupassen auf die gewünschte Menge. 

  • 300 g Obst (sortenrein oder Gemisch aus verschiedenem Obst)
  • 300 g Zucker (Weiß- oder Rohrzucker auch gemischt. Zuckerersatzstoffe sind ungeeignet)
  • 2 Teelöffel EM-Salz oder alle Mineralien enthaltene Salze
  • 25 -30 ml EM1, EMIKOSan (flüssiges Nahrungsergänzungsmittel mit lebenden Mikroorganismen) oder ein ähnliches Produkt anderer Hersteller.
  • Verwendet werden kann prinzipiell jedes Obst, am besten Bio-Qualität, das vorher in einer leicht braun gefärbten EM-Wasser-Verdünnung gewaschen wurde (ein Bad bis ½ Stunde Dauer entfernt auch Pflanzenschutzmittelrückstände). Kerne oder Kerngehäuse entfernen, etwa bis in Kirschgröße zerkleinern. Schalen dürfen und sollen mitverwendet werden. Es können auch Gewürze und Kräuter in kleinen Mengen zugegeben werden. Nur Holz- oder Plastewerkzeuge und -schüsseln verwenden. Kein Metall! 

½ des  Zuckers mit den anderen Zutaten gut durchmischen in sauberes, mindestens um die Hälfte größeres Glas als die Zutaten umfassendes Glas wie zum Einkochen heiß ausspülen. Auf den Boden ein ¼ des Zuckers geben, das Obst-Gemisch darauf und mit dem letzten ¼ Zucker abdecken. Das Glas mit feiner Gaze oder mit einer Nadel mehrfach durchstochenem Pergamentpapier/ Butterbrotpapier abdecken und die Abdeckung fixieren, um Obstfliegen den Zugang zu versperren.  Deckel nur lose auflegen oder nur leicht aufdrehen oder Gärspund verwenden, so dass  entstehende Gase entweichen können. Dann dunkel und warm aufstellen > 25 °C. Ab dem zweiten Tag täglich umrühren und Gefäß wieder verschließen. Ist aller Zucker aufgelöst und kaum noch Bläschenbildung zu beobachten, dann den entstehende Saft abseihen und in heiß ausgespülte Glasflaschen abfüllen. Luft lassen und nicht fest verschließen, damit ggf. noch entstehende Gase entweichen können. Der Sirup bleibt mindestens ein bis zwei  Jahre haltbar und muss dabei nicht gekühlt werden.

Der Sirup kann mit Wasser verdünnt getrunken oder pur zu Desserts oder Eis gegeben werden oder man hat noch andere Einfälle. Hat man weiches Obst verwendet, kann man den Rückstand pürieren und in Gläser füllen. Dieser Aufstrich bleibt ungekocht mindestens ein Jahr haltbar ohne Kühlung und schmeckt  hervorragend.