(Fast) alles ist noch lieferbar …

 Essen auf Rädern   VS Aktuell 2/2020   Aus dem Stadtverband   Zentrale Versorgungseinrichtung 

Der Bereich Mahlzeitenversorgung während der Corona-Krise: Da viele Menschen Zuhause statt auf Arbeit, in der Schule oder der Kindertagesstätte sind, sind Fotos von leeren Supermarktregalen fast schon zum Sinnbild für die Corona-Pandemie geworden. VS Aktuell fragte Markus Jost, Bereichsleiter Mahlzeitenversorgung, u. a. nach Engpässen bei der Lieferung von Essen.

Mehl und Hefe als Mangelware – gab es für die Küchen der Volkssolidarität Chemnitz Einschränkungen bei der Anschaffung von Zutaten?

Der Mehrbedarf an Lebensmitteln im Einzelhandel hat sich spürbar auf das Angebot im Großhandel ausgewirkt. Dennoch war auch in den vergangenen Wochen noch fast alles lieferbar. Und wenn doch einmal etwas fehlt, dann weichen wir auf einen anderen Händler aus oder variieren minimal das Gericht. Gerade werden die

Außerhausschalen zur Mangelware, da viele Gastronomen um das Überleben ihrer Gaststätten fürchten und vorübergehend Liefer- und Abholdienste für die Gerichte einrichten.

Die Versorgung der Einrichtung läuft also weiterhin so wie zuvor?

Nein, es hat sich vieles geändert. Aufgrund geschlossener Kindertagesstätten ist dort auch die Nachfrage weggebrochen. Dennoch versorgen wir dort die Kinder in der Notbetreuung, aber das sind noch nicht mal zehn in einer Einrichtung. Beim „Essen auf Rädern“ ist die Nachfrage leicht gestiegen. Das Essen liefern wir hier soweit wie möglich kontaktlos. Wir stellen also das Essen vor die Wohnungstür und klingeln. Dennoch wollen wir Menschen, die unsere Verpackungen nicht öffnen können, nicht alleine lassen. Unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln helfen wir ihnen dann natürlich.

Wie haben sich Ihre Mitarbeiter auf die besondere Situation eingestellt?

Küche und Hygiene sind zwei Dinge, die einfach generell zusammengehören. Daher ist unser Hygienestandard bereits sehr hoch. Doch: Die Köche gehen auf Abstand zueinander, die Mitarbeiter der Verwaltung begegnen nicht mehr den Essenfahrern und diese nicht mehr den Mitarbeitern der Einrichtungen, um Kontakte und damit die Infektionsgefahr zu minimieren. Das ist schon komisch, wenn man die Kisten in einen Raum stellt und dann einfach so geht. Unsere Mitarbeiter, die in den Küchen der Seniorenpflegeheime arbeiten, sind vom Rest des Hauses weitestgehend isoliert. Da fehlt schon mal das soziale Miteinander, das kurze Gespräch mit den Kollegen oder den Bewohnern. Wir sind jedoch zuversichtlich: Bald wird das wieder besser. Gemeinsam stehen wir diese besondere Situation durch!