Hitze - Schwerstarbeit fürs Herz

aus VS Aktuell 2/2004, erschienen im  VS Aktuell 2/2004   Tipps vom Apotheker 

Gerade an schwülen, drückenden Tagen sollten sich vor allem älteren Menschen nicht zu sehr anstrengen. Wenn dann noch reichlich und fett gegessen wird und gegen den Durst Alkohol anstelle alkoholfreier Getränke genossen wird - dann ist die Gefahr groß, einen Hitzekollaps oder gar einen Hitzschlag zu bekommen. Nicht die sonnigen Tage sind die Auslöser - hier kommt es höchstens zum Sonnenbrand, schlimmstenfalls zum Sonnenstich. Das schwüle Wetter, oft sogar bei bedecktem Himmel, aber mit einer hohen Luftfeuchtigkeit, bewirkt, dass der Körper seine Selbstkühlungsmöglichkeit verliert. Der Schweiß auf der Haut kann nicht mehr verdunsten - die Hitze aus dem Körper kann nicht mehr abgegeben werden. Folge: Sie staut sich im Körper. Die im Normalfall selbsterhaltende Wärmeregulierung bricht zusammen. In solchen Fällen kann durch eine Überhitzung die Körpertemperatur innerhalb kurzer Zeit auf über 41 Grad ansteigen. Ein Hitzekollaps mit Bewusstlosigkeit ist vorprogrammiert. Welche Merkmale warnen vor der Gefahr? Durch die gestörte Wärmeregulierung und den Hitzestau kommt es zu den folgenden merk- und sichtbaren Veränderungen: das Gesicht wirkt aufgedunsen und verfärbt sich häufig rötlich blau. Die Augäpfel treten unnatürlich weit heraus, der Blick ist starr. Durch die fehlende Schweißproduktion ist die Haut trocken. Schließlich versagen die Beine ihren Dienst, der Betroffene verliert das Bewusstsein. Bis zum Eintreffen des Notarztes - schnelle Hilfe ist dringend geboten - können und müssen Sie jetzt helfen: Als erstes gilt, den Bewusstlosen unbedingt in den Schatten zu legen. Beengende Kleidung öffnen oder ganz entfernen und den Körper mit kalten nassen Tüchern oder mit kaltem Wasser solange kühlen - um die Temperatur auf ihren normalen Wert herabzusenken - bis der Arzt zur Stelle ist. Keinesfalls einem Ohnmächtigen etwas zum Trinken einflößen wollen. Denken Sie immer daran, wenn Sie zu hohen Blutdruck haben oder Ihr Herz in seiner Funktion beeinträchtigt ist: Vernünftig ernähren, regelmäßige Arztbesuche und Blutdruckmessungen und natürlich die verordneten Medikamente exakt so einnehmen, wie Ihr Arzt Sie Ihnen verordnet hat - das sind die Voraussetzungen dafür, dass Sie sich wohl fühlen - und das auch an heißen Sonnentagen.