Ein kurzer Knopfdruck und seine Folgen

aus VS Aktuell 1/2008, erschienen im  VS Aktuell 1/2008   Gut behütet 

Für die meisten unserer fast 4.000 Teilnehmer am Hausnotrufdienst der Volkssolidarität ist der Druck auf den kleinen Handsender, den sie am Arm oder als Umhänger tragen, schon zur Selbstverständlichkeit geworden. Er wird benutzt um schnelle und gezielte Hilfe zu erhalten bei Stürzen oder plötzlich auftretenden gesundheitlichen Problemen, aber auch bei Feuer, Überfall, Trickbetrügern, Wasserrohrbruch und vielen anderen Dingen im Alltag.
Aber was passiert eigentlich, nachdem man auf den Handsender gedrückt hat?
Der Handsender ist, wie der Name schon sagt, ein Funksender, der sofort nach dem Drücken ein Funksignal an das Notrufgerät sendet. Dieses erkennt den Funkimpuls und beginnt die einprogrammierte Nummer der Notrufzentrale zu wählen. Selbst, wenn Sie in einer Notsituation nicht mehr in der Lage sind, den Telefonhörer aufzulegen, kann das Gerät den Telefonanschluss für sich frei schalten und anrufen. Der Ruf kommt bei unserem Notrufcomputer an und dieser prüft erst mal, welches Gerät anruft. Sollte es sich um einen normalen Telefonanruf handeln, z.B. durch verwählen, dann wird die Verbindung sofort unterbrochen. Nur Notrufgeräte können eine Verbindung mit dem Computer aufbauen. Als nächstes fragt der Computer das Gerät nach seiner Kennung, die dann übermittelt wird. Damit kann der Computer erkennen wer den Notruf ausgelöst hat und bringt alle Daten des entsprechenden Teilnehmers auf den Bildschirm zur Anzeige. Das sind Informationen, wie Name, Adresse, Geburtsdatum, Krankheiten und Behinderungen, Medikamente, zuständiger Hausarzt, Angehörige, Informationen zur Schlüsselhinterlegung und vieles mehr.
Per Tastendruck kann nun die Notrufmitarbeiterin am Notrufgerät bei unserem Teilnehmer das Mikrofon und den Lautsprecher einschalten. Sie kann sogar bei Bedarf die Lautstärke des Gerätes ändern.
Diese ganze Kommunikation zwischen Notrufgerät und Computer, die etwa 20 bis 30 Sekunden dauert, hören unsere Teilnehmer in Form von Tönen und wissen damit schon, das ihr Notrufgerät arbeitet. Inzwischen wurde auch automatisch die Sprachaufzeichnung gestartet. Jetzt, nachdem alle Informationen zum Notrufteilnehmer bekannt sind und die Sprechverbindung besteht, wird der Teilnehmer angesprochen und gefragt, welche Art der Hilfe nötig ist. Sollte keine Sprechverbindung zustande kommen, z.B. bei Ohnmacht, teilweiser Lähmung bei Schlaganfall oder starker Schwerhörigkeit, so ist ja trotzdem bekannt, wer die Hilfe braucht. Alle Telefonnummern für die verschiedenen Hilfeleister sind im Computer gespeichert und werden nach entsprechender Auswahl automatisch vom Computermodem gewählt. Sämtliche Notrufe und die eingeleiteten Maßnamen werden im Computer automatisch gespeichert. Zum Beenden des Notrufes sendet der Computer noch einmal einige Töne an das Notrufgerät. Diese bedeuten für das Notrufgerät – Notruf ordnungsgemäß beendet, Verbindung trennen. Sollte dieses ausbleiben, weil beispielsweise die Leitung unerwartet getrennt wurde, so wiederholt das Notrufgerät den Notruf automatisch so oft bis die Schlusssequenz empfangen wurde. Dies geschieht auch wenn der Telefonanschluß zeitweise gestört ist.
Diesen gesamten hochtechnischen Vorgang löst unser Teilnehmer mit einem einzigen Knopfdruck aus und braucht sich um nichts weiter zu kümmern.
Und das Beste daran ist, diese Technik, die Ihnen so viel Sicherheit rund um die Uhr bietet, kann sich jeder innerhalb kürzester Zeit in seinen 4 Wänden einrichten lassen.