Clara-Zetkin-Medaille für „Alte Dorfschule“

aus VS Aktuell 2/2008, erschienen im  VS Aktuell 2/2008   Aus dem Verein 

Eine Clara-Zetkin-Medaille hat die „Alte Dorfschule“ von Wiederau (Kreis Mittweida) am letzten März-Donnerstag dieses Jahres erhalten. Die 81jährige Elfriede Schürer von der Chemnitzer Wohngruppe 072 übergab sie mit der dazugehörigen Urkunde den Frauen, die das Museum führen. Broschüren und Bilder zu der Vorkämpferin für die Rechte der Frauen legte sie noch dazu. Die Rentnerin ist davon überzeugt, dass die Auszeichnung, die sie am Internationalen Frauentag 1986 im Berliner Staatsrat erhalten hat, sowie die anderen Materialien in dem Museum einen guten Zweck erfüllen werden, „besser, als wenn sie bei mir im Schrank liegen“. Im vorigen Jahr, bei einem Besuch der anlässlich des 150. Geburtstages von Clara Zetkin komplett erneuerten Ausstellung, hatte sie auf ihre Anfrage erfahren, dass solche Sachzeugen erwünscht und noch nicht in der Sammlung vorhanden sind. Darum nahm sie Ende März an der Fahrt der Wohngruppen 072 und 073 zum Elternhaus der weltbekannten Wiederauerin teil.
Das einstige Schul- und Wohnhaus der Lehrerfamilie von Gott­fried Eißner ist seit 1952 Clara-Zetkin-Gedenkstätte. Claras überlebensgroße Statue im kleinen Vorgarten grüßt jeden, der auf der Hauptstraße in Richtung Rochlitz vorbei kommt. Geschaffen hat sie in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts der Karl-Marx-Städter Bildhauer Harald Stephan. Nach der politischen Wende 1989/90 wurde die Bildungseinrichtung über längere Zeit wenig beachtet. Anläßlich des Jubiläumsgeburtstages erfuhr sie eine Renaissance. In den umgestalteten Räumen bekommen die Besucher reiche Informationen über die Eltern, die Familie und Clara Josephine Zetkin, geborene Eißner, selbst. Gut geordnete Schautafeln, Vitrinen, ein Video und verschiedene Schriften geben Auskünfte über ihr Wirken als Lehrerin, als Zeitungsmacherin, Mutter
und revolutionäre Frau­en­­­­rechtlerin. „Der Be­­such in dem alten Wieder­auer Schulhaus mit freundlicher, informativer Führung hat sich auf jeden Fall gelohnt und ist auch anderen Wohngruppen unseres Stadtverbandes sehr zu empfehlen“, brachte Monika Mozes, Leiterin der 072, die Meinung aller Fahrtteilnehmer auf den Punkt. Termine müssen jedoch vorher unter den Rufhummern 037202/3600, -/85231 oder -/8040 vereinbart werden.