Die Generationsübergreifende Wohnanlage Straße der Nationen 92-98/ Zöllnerstraße 3-9 vorgestellt

aus VS Aktuell 2/2010, erschienen im  VS Aktuell 2/2010   Betreutes Wohnen/Wohnen mit Service 

„Ich habe es noch keine fünf Minuten bereut, hierher gezogen zu sein. Schnell wurde ich integriert und wenn man Hilfe benötigt, ist immer jemand für die Hausbewohner da“, erzählt die 73jährige Helga Schmid. Seit April 2008 lebt sie in der Generationsübergreifenden Wohnanlage
für Betreutes Wohnen auf der Straße der Nationen Ecke Zöllnerstraße und ist nebenbei als Volkshelferin der Volkssolidarität in der Anlage tätig. „Der Zusammenhalt untereinander könnte nicht besser sein. Niemand wird hier allein gelassen und bei Krankheit und Geburtstagen sind die kleinen Aufmerksamkeiten Balsam für die Seele.“
 Im Herbst 1998 konnten die ersten Mieter ihre Wohnungen beziehen. 150 barrierefreie Wohneinheiten erstrecken sich über 8 Häuser, die karreförmig angeordnet sind.  Die hellen 1 bis 3-Raum Wohnungen sind individuell gestaltet und verfügen über einen Balkon. Auch Dachgeschosswohnungen sind in der Anlage zu finden. Die Gebäude sind außerdem mit Aufzügen ausgestattet und die Wohnungen nach den Bedürfnissen von Senioren entworfen und gebaut worden.
 Dennoch leben hier verschiedene Generationen unter einem Dach. Auch jüngere Menschen haben den Weg in die Wohnanlage gefunden, da hier der Abschluss eines Betreuungsvertrages nicht zwingend erforderlich ist. So besteht die Möglichkeit, über Jahrzehnte in seiner eigenen Wohnung zu leben und erst bei Bedarf, bei gesundheitliche Einschränkungen, die Betreuungsleistungen der Volkssolidarität in Anspruch zu nehmen.
 In der Wohnanlage kommen vor allem Freunde der Eisenbahn auf ihre Kosten. Viele Bewohner haben von ihren Zimmern aus einen wunderbaren Blick über den Hauptbahnhof von Chemnitz. Aber auch der begrünte Innenhof und die Grünflächen außerhalb der Anlage bieten ein schönes Panorama. Obwohl sich die Wohnanlage in unmittelbarer Zentrumsnähe befindet, schwärmen die Mieter von ihrer doch ruhigen Lage. Direkt vor dem Haus befindet sich eine Bushaltestelle. Auch der Busbahnhof und der Hauptbahnhof sind nur wenige Gehminuten entfernt. Zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten sind in kurzer Zeit zu Fuß zu erreichen. Die Einkaufszentren „Sachsen-Allee“ und „Galerie Roter Turm“, die „Galeria Kaufhof“ und der Markt mit seinen vielen kleinen Geschäften halten viele Dinge bereit. Außerdem haben die Mieter die Möglichkeit, bei einem Frischedienst, Gärtner und Bäcker, welche einmal pro Woche im Innenhof der Anlage Halt machen, Produkte für den täglichen Bedarf zu erstehen.
 Mehrmals in der Woche nimmt Helga Schmid am Mittagstisch der Volkssolidarität teil. Direkt in der Anlage befinden sich die Räumlichkeiten der Begegnungsstätte. „Für die Bewohner stellt das Mittagessen eine wichtige Kommunikationsform dar. Die Mieter genießen das Essen  in Gemeinschaft. Oft bleiben sie noch einige Zeit da und plaudern bei einer Tasse Kaffee miteinander“, berichtet Annerose Kreher. Die Sozialarbeiterin organisiert gemeinsam mit Begegnungsstättenleiterin Ursula Lange die unterschiedlichsten Veranstaltungen. Das abwechslungsreiche Programm reicht von Englischkursen, über Spielertreffs bis hin zu Tanzveranstaltungen und Grillnachmittagen auf der großen Terrasse im Innenhof. Auch für Personen von außerhalb ist die Begegnungsstätte geöffnet. Besonders beim Textil- und Schuhverkauf können viele Besucher begrüßt werden.
 Die Sozialarbeiterin Annerose Kreher unterstützt die Mieter unter anderem bei der Beantragung von Leistungen, übernimmt Behördengänge und informiert die Bewohner über die zahlreichen Dienstleistungen der Volkssolidarität Chemnitz. Zusätzlich hilft sie bei Trauerbewältigungen, macht Hausbesuche und bindet die Hausbewohner in die zahlreichen Veranstaltungen der Begegnungsstätte ein. Die Beratung durch die Sozialarbeiterin ist eine der Leistungen des Stadtverbandes, die bei Inanspruchnahme des Betreuungsvertrages enthalten sind. Dazu gehören auch der Hausnotruf, mit dem die Mieter auf Knopfdruck sehr schnell Hilfe herbeiholen können, und die tatkräftige Unterstützung durch einen Hausmeister.
 Auch zu den in der Wohnanlage ansässigen Friseur, Fußpflege und Physiotherapeut werden bei Bedarf Kontakte hergestellt.