Grußwort

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Freunde der Volkssolidarität,
sehr geehrte Damen und Herren,

auf Initiative der Volkssolidarität Chemnitz hat das Sozialforschungszentrum Berlin-Brandenburg im Auftrag des Stadtverbandes und des Landesverbandes der Volkssolidarität zum ersten Mal einen Rentenreport für den Freistaat Sachsen erarbeitet. Wir wollten wissen, wie es um die Rente als Einkommensquelle vieler unserer Mitglieder und der meisten Menschen, die wir in Pflegeheimen, im Betreuten Wohnen, in Begegnungsstätten und Stadtteiltreffs und durch unsere Sozialstationen betreuen, steht und wie es mit ihr weitergeht. Als die Studie in Auftrag gegeben wurde, waren wir uns schon sicher, dass die künftigen Senioren weniger Geld zur Verfügung haben als diejenigen, die in den letzten Jahren in den Ruhestand gegangen sind. Das Ergebnis überraschte uns dann doch: Etwa 20 % der heute 50- bis 65-Jährigen werden von Armut betroffen sein, wenn sie in das Rentenalter kommen. Oder anders gesagt: In nicht einmal 15 Jahren wird die Altersarmut von heute 9 % auf mehr als das Doppelte ansteigen.

Dafür muss die Volkssolidarität als großer Sozial- und Wohlfahrtsverband gewappnet sein. Wir müssen uns nicht nur dafür einsetzen, dass die Ostrente an die Westrente angeglichen wird, sondern auch dafür, dass das gesamte Rentensystem neu überdacht wird und das gesetzliche Änderungen, die zu einer stetigen Minderung der Rente beitragen, zurückgenommen oder in ihrer Auswirkung auf die Rentner verbessert werden. Vor allem müssen wir die Politik davon überzeugen, dass sich eine Altersarmut entwickelt, die schon bald zu einem großen sozialen Problem werden wird. Dabei sollten wir auch bei der Kommunalpolitik ansetzen, denn für Senioren, die nur wenig Geld in der Tasche haben, müssen soziale und kulturelle Angebote bezahlbar bleiben. Und das geht oft nur mit einer Förderung durch die Kommune. Ansonsten droht den 20 % nicht nur ein Leben in Armut, sondern auch eine Ausgrenzung aus dem gesellschaftlichen Leben und letztendlich die Vereinsamung im Alter. 

Nicht erst in 15 Jahren, sondern bereits jetzt leben viele hochbetagte  Menschen in Einsamkeit. Ich möchte mich im Namen des Vorstandes bei all den Volkshelfern bedanken, die trotz widrigen Witterungsverhältnissen und ihres teilweise selbst schon hohen Alters den Weg auch im Winter nicht scheuen, um andere Menschen zu besuchen, ihnen Freude zu bereiten und ihnen zu helfen. Vor allem zu Weihnachten ist die Art der Zuwendung so wichtig.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in das neue Jahr!

Andreas Lasseck
Vorstandsvorsitzender 
Volkssolidarität Stadtverband Chemnitz e.V.

aus VS Aktuell 4/2011, erschienen im  VS Aktuell 4/2011   Grußwort