Die Volkssolidarität „besteigt“ den Mount Everest

Wie hoch liegt eigentlich die Grundschule Kleinolbersdorf? So etwa 400 m über dem Meeresspiegel. Und im Vergleich dazu der Mount Everest, der höchste Berg der Welt? Sagenhafte 8848 m über NN, wie es so schön heißt.

Der Chemnitzer Joerg Stingl, erprobter und berühmter Extrembergsteiger, schlug am 8. November 2012 eine (Höhen-)Brücke zwischen den beiden so gegensätzlichen Orten. Dies gelang ihm mit einem sehr interessanten, bebilderten Vortrag in besagter Schule, organisiert von der Wohngruppe der Volkssolidarität in Kleinolbersdorf-Altenhain.

Am 22. Mai 2001 bestieg Joerg Stingl als einziger aus seiner damaligen Expedition den höchsten Berggipfel der Welt. Damit war er der zweite Deutsche überhaupt – und das bis heute –, dem dieses bergsteigerische Glanzstück gelang. Nicht genug damit, es glückte ihm, ohne dabei zusätzlichen Sauerstoff zu nehmen. Mit bescheidenen, aber sehr packenden Worten schilderte er anschaulich sein äußerst schwieriges und doch geglücktes Bergabenteuer im fernen Himalaja-Gebirge. Es war sein zweiter, nun erfolgreicher Versuch, nachdem eine vorangegangene frühere Expedition leider unter unglücklichen Umständen scheiterte. 

Erwähnt werden muss außerdem, dass der Extrembergsteiger Stingl der einzige Deutsche ist und einer von wenigen Bergsteigern auf der Welt, der alle höchsten Berggipfel der Kontinente ohne Sauerstoffhilfe bezwang. International verwendet man den Begriff „Seven Summits“ (Sieben Gipfel), wie auch sein gleichnamiges Buch heißt. 

Im zweiten Teil seiner Ausführungen ging Joerg Stingl ebenfalls auf hörens- und sehenswerte Details einer Südamerikaexpedition ein. In den Bergen Ecuadors, in den Anden, wurden die teilnehmenden Bergsteiger vor Anforderungen in gänzlich anderer Landschaft gestellt. Auch dieser Vortragsteil war äußerst informativ und wurde aufmerksam zur Kenntnis genommen.

Seine Darlegungen waren von der Hochachtung vor seinem Bergkameraden Thomas und den jeweiligen Teams geprägt, ohne die eine herausragende Einzelleistung nicht möglich ist.

Über 60 Mitglieder des Vereins bzw. interessierte Gäste, die immer herzlich eingeladen sind, verfolgten trotz teilweiser harter Sitzflächen gebannt und mucksmäuschenstill dem Vortrag. Ein herzliches Dankeschön an die Leitung der Schule für die erwiesene Gastfreundschaft.

Diese staunenswerten Leistungen „unseres“ Chemnitzers Joerg Stingl wurden uns an diesem Tag auf sympathische Art ins Bewusstsein gerückt. Dank den Organisatoren der rührigen Wohngruppenleitung der Volkssolidarität für dieses lang geplante und gelungene Vorhaben. Es ist zu wünschen, dass in möglichst naher Zeit wieder vor Ort eine Veranstaltung in ähnlicher Form mit Joerg Stingl stattfinden wird.

aus VS Aktuell 4/2012, erschienen im  VS Aktuell   VS Aktuell 4/2012   Aus dem Mitgliederleben