Keine Chance den Blutsaugern

aus VS Aktuell 3/2018, erschienen im  VS Aktuell   VS Aktuell 3/2018   Tipps vom Apotheker 

Mückenschutz

Ob im Urlaub, am See oder im heimischen Garten – mit dem Sommer beginnt wieder die Zeit, in der uns Mücken den Spaß am Grillabend verderben. Kommt man ohne wirksamen Schutz in ihre Nähe, so ist ein Mückenstich unausweichlich. Und dieser juckt und juckt und juckt. Ein sehr unangenehmes Gefühl, das man am liebsten vermeiden möchte. Auch wenn Kratzen eine (sehr kurze) Erleichterung bietet, sollte man dies sein lassen! Durch Kratzen kann sich die Haut entzünden und es entstehen hässliche Narben. 

Zum Glück ist man den Mücken nicht hilflos ausgeliefert. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, sich gegen Mücken zu schützen. Obwohl es keinen 100%igen Schutz gibt, sind viele davon recht effektiv.

Am beliebtesten von allen Mückenschutzmitteln sind Repellentien. Diese werden direkt auf die Haut aufgetragen und schützen einige Stunden. Hauptsächlich sorgen diese Präparate dafür, dass Mücken den Körpergeruch nicht mehr wahrnehmen, um die blutsaugenden Tiere dadurch fernzuhalten. Mücken werden nämlich nicht, wie häufig behauptet, von „süßem Blut“ angezogen. Der körpereigene Geruch lockt sie an. Damit ist nicht unbedingt „schlechter“ Körpergeruch gemeint (und selbst häufiges Duschen schützt nicht). Jeder Mensch hat einen eigenen Körpergeruch, den man nicht abwaschen kann. Dies erklärt, warum manche Menschen so viel mehr von Mücken gestochen werden als andere: Ihr Körpergeruch ist bei Mücken einfach beliebter.

Repellentien sind also eine gute Möglichkeit, Mücken fern zu halten. Die gesamte unbedeckte Haut wird damit eingerieben, Augen, Nase und Mund sollten dabei unbedingt ausgespart werden. Nach ein paar Stunden (je nach Mittel ca. nach 4 bis 8 Stunden) oder einem erfrischendem Sprung ins Wasser muss es allerdings erneut aufgetragen werden. Bei Kindern sollte immer ein Erwachsener den Mückenschutz auftragen, damit keine Stelle vergessen wird. Bei kleinen Kindern spart man am besten die Hände der Kleinen aus, damit das Insektenmittel nicht in den Mund gelangt.

Es gibt verschiedene Wirkstoffe, die in den Lotionen oder Sprays verarbeitet sind. Die beiden häufigsten synthetischen Wirkstoffe sind Icaridin und DEET. Während Icaridin etwas bessere Gesundheitseigenschaften hat und hierzulande oft ausreichend ist, wird DEET meist für Reisen in tropische Gebiete verwendet.

Draußen sind Repellentien fast die einzige Möglichkeit, sich gegen Mücken zu schützen. Wenn man sich aber nicht immer die Haut einreiben möchte, hilft hierzulande bspw. lange und helle Kleidung gegen das Schlimmste. Für die Nacht hält ein Moskitonetz über dem Bett die stechenden Biester fern.

Zu den natürlichen Mitteln gegen Mücken gehören ätherische Öle wie bspw. Citronella. Hier ist die Auswahl recht groß: Es gibt Armbänder, Kerzen oder Gartenfackeln, die ätherische Öle abgeben und damit Mücken vertreiben sollen. Die Wirksamkeit ist aber leider sehr umstritten und im Test fallen diese regelmäßig durch. Man sollte bedenken, dass ätherische Öle nur weil sie „natürlich“ sind, nicht automatisch gesundheitlich unbedenklich sind! Oft werden solche Öle nicht gut vertragen und können Allergien auslösen. Gerade bei Kindern sollte man hier sehr vorsichtig sein!

Mückenstiche

Auch wenn man alle Tipps zum Mückenschutz befolgt, lässt er sich doch oft nicht komplett vermeiden: der Mückenstich. Es ist wirklich ärgerlich, wenn man von einer Mücke gestochen wird! So ein Stich wird schnell dick und rot und fängt an zu jucken. Jetzt heißt es, dem Juckreiz nicht nachzugeben und nicht zu kratzen. Auch wenn das nicht immer ganz einfach ist …

Zum Glück gibt es jedoch verschiedene Mittel, um den Juckreiz zu lindern und den Mückenstich zu behandeln. Die gängigste Methode ist einfach, den Mückenstich zu kühlen. Dies hilft gegen den Juckreiz und die Kühlung wirkt ebenfalls gegen die Schwellung an.

Bei stärkerem Juckreiz helfen spezielle Salben, Gels oder Cremes. Diese Mittel zum Auftragen auf die Haut wirken meistens kühlend und haben oft einen allergiehemmenden Wirkstoff, welcher der Schwellung und dem Juckreiz entgegen wirkt. Selbst wenn es sich hierbei um medizinische Wirkstoffe handelt, sind sie meist so schwach dosiert, dass man solche Salben problemlos rezeptfrei in Apotheken kaufen kann.

Eine andere Methode, die mit Hitze und nicht mit Kühlung arbeitet, sind Stichheiler. Mit einem Stichheiler setzt man den Mückenstich kurz Hitze aus (ca. 50 °C). Dies lindert den Juckreiz sofort und langanhaltend. Allerdings kann ein Stichheiler nicht viel gegen die Schwellung tun (nur indirekt, da die Schwellung schneller abheilt, wenn man nicht kratzt).

Neben Cremes und Stichheiler gibt es natürlich Hausmittel gegen Mückenstiche. Dazu gehört zum Beispiel Kohl, aufgeschnittene Zwiebel oder das Blatt einer Aloe Vera Pflanze, um den Mückenstich zu kühlen. Ob dieses oder andere Hausmittel wirken, darüber sind die Meinungen geteilt. Auf jeden Fall sind sie nicht schädlich und daher probiert man am besten selbst aus, was wirkt.